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Tonart | Beitrag vom 24.09.2018

Wiederaufgetauchte Aufnahmen von Thelonious MonkEin neuer Riesenfund im Jazz?

Andreas Müller im Gespräch mit Mathias Mauersberger

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Porträt von Thelonious Monk im Minton's Playhouse, New York, aufgenommen im Septtember 1947. (imago stock&people/William P. Gottlieb)
Das Ablum "Mønk" ist nicht nur für eingefleischte Monk-Fans. (imago stock&people/William P. Gottlieb)

Der Live-Mitschnitt des Pianisten Thelonious Monk und seinem Quartett 1963 in Kopenhagen galt als "verloren". Nun wurden die Aufnahmen gefunden und veröffentlicht. Zwar sind keine unbekannten Kompositionen zu hören, aufregend ist das Album dennoch.

Das Jazz-Revival hat in diesem Jahr für neue Rekorde gesorgt: zeitgenössischer Jazz schaffte es in die deutschen Pop-Charts und "Both Directions At Once", das "verschollene" Album des John Coltrane Quartetts, landete gar in den Top-Five. Nun kommt eine "verlorene" Aufnahme eines weiteren Giganten des modernen Jazz auf den Markt: ein Live-Mitschnitt des Pianisten Thelonious Monk und seinem Quartett. Aufgenommen 1963 live in Kopenhagen. Titel: Mønk. Das Label Gearbox preist dieses Album als eine der wichtigsten Monk-Wiederentdeckungen überhaupt an.

Ein Quartett in Topform

Unser Jazzexperte Andreas Müller ordnet diese Aufnahmen etwas differenzierter ein. Leider würden sich auf diesem Album keine bislang unveröffentlichten Kompositionen von Monk ans Tageslicht gehoben. Monks Quartett – u.a. mit dem Saxofonisten Charlie Rouse – sei hier aber zum Teil in Topform zu erleben. 

"Monk entwickelt hier mit ganz wenigen Akkorden eine irre Spannung und lässt die Musik dennoch schweben. Und man hört hier seine Kunst der Auslassung: Wo andere vier, fünf Akkorde spielen, belässt er es im Prinzip bei zweien. Das ist auch 1963 – und sogar heute - noch aufregend!", sagt Müller.

Nicht nur für Monk-Fans

Das Londoner Label Gearbox legt bei dieser Veröffentlichung großen Wert auf einen rein analogen Klang. Die Originalbänder wurden daher auch neu bearbeitet und neu gemastert. Herausgekommen so Müller, sei eine sehr gut klingende Platte gleichermaßen für Fans, Newcomer im Lande Monks, aber auch für Hi-Fi-Enthusiasten.

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