Steigende Corona-Zahlen

Wie umgehen mit Omikron?

79:30 Minuten
Illustration: Ein olympischer Athlet wirft eine Spritze in Übergrösse wie beim Speerwurf.
Wir müssen uns wohl - wie bei der Grippe auch - auf regelmäßige Impfungen gegen Covid-19 einstellen. © imago / fStop Images / Ralf Hiemisch
Moderation: Gisela Steinhauer · 15.01.2022
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Die Corona-Zahlen steigen rasant, die Omikron-Variante greift um sich. Wieder stellen sich viele Fragen: Schützen die bisherigen Impfstoffe? Wie gefährlich ist Omikron? Wie sollen wir damit umgehen? Der Virologe Martin Stürmer hat die Antworten.
Corona lässt uns keine Atempause: Seit Beginn der Pandemie vor knapp zwei Jahren haben sich in Deutschland fast 7,8 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Und nun Omikron: Die Zahlen steigen rasant.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass sich in den nächsten zwei Monaten mehr als die Hälfte der Menschen in Europa mit der neuen Variante anstecken könnten. Erste Erfahrungen mit Omikron lassen vermuten, dass die Infektionen milder verlaufen; dafür ist die Variante erheblich ansteckender. Wie ist das alles einzuordnen?

„Boostern ist das Beste, das man machen kann“

„Es ist zu befürchten, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen noch einmal deutlich steigende Zahlen sehen werden“, sagt Martin Stürmer. Der Virologe leitet ein Labor zur Sequenzanalyse in Frankfurt; dort werden auch Corona-Tests untersucht. „Omikron verbreitet sich sehr effektiv, auch mit Impfung und mit Booster-Impfung ist man nicht optimal vor dieser Variante geschützt.“ Den besten Schutz biete eine aktuelle Auffrischungsimpfung. „Es ist zwar ärgerlich und nervig, aber neben der Kontaktreduktion ist Boostern das Beste, das man jetzt machen kann“, so der Facharzt für Mikrobiologie.
Stürmer setzt auf den Fortschritt bei den Impfstoffen. „Da bin ich Optimist. Ich denke, wenn wir den Impfstoff für alle haben, also auch für die Allerkleinsten, die unter Fünfjährigen, dann besteht die Möglichkeit, wieder über die Normalität zu diskutieren. Aber wir müssen noch ein bisschen lernen, wie die Impfstoffe angepasst werden können, wie wir sie dann wieder neu einsetzen. Ich denke, dass wir im Sommer weiter sind.“

Wie oft werden wir uns impfen lassen müssen?

Allerdings müssten sich die Menschen auf regelmäßige Impfungen einstellen, eine einmalige Immunisierung, wie zum Beispiel bei Masern, reiche nicht aus, so der Virologe: "Wir haben Erreger, wo die Grundimmunisierung reicht, aber da ist kein respiratorischer Erreger dabei. Die Influenza-Impfung muss jährlich angepasst werden an die zirkulierenden Varianten. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das bei Covid auch hinbekommen. Aber eine lebenslange Immunität werden wir auf keinen Fall hinbekommen. Ob der Jahresabstand der ist, den wir brauchen, oder ob es auch im Zwei- oder Dreijahresabstand geht – das werden wir sehen."
(sus)

Steigende Corona-Zahlen: Wie umgehen mit Omikron?
Der Virologe Martin Stürmer ist heute von 9.05 Uhr bis 11.00 Uhr zu Gast bei Gisela Steinhauer. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

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