"Wie eine Schnittwurst" zerteilt: Stiftung will zersägtes Cranach-Bild retten

    Eine Mitarbeiterin betrachtet die Bilder eine Ausstellung im Herzöglichen Museum Gotha.
    Eine Ausstellung der Stiftung Schloss Friedenstein im Herzöglichen Museum Gotha (Archivbild) © imago images / VIADATA / Holger John
    Vor 89 Jahren zersägte ein Kölner Kunsthändler ein Gemälde des Rennaissance-Malers Lukas Cranach des Älteren. Nun will es die Stiftung Friedenstein in Gotha retten. Wie der Spiegel berichtet, gelang der Stiftung der Rückkauf eines verloren geglaubten Fragments, das zu dem Werk "Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers" gehört. Das Gemälde war demnach seit 1644 Teil der Gothaer Sammlung, bis es 1936 wohl aus Geldnot verkauft wurde. Der Kunsthändler habe sich an dem blutigen Kopf des Propheten gestört und ohne diesen bessere Verkaufschancen gewittert. Deshalb durchtrennte er das Bild kurzerhand bei Zentimeter 54 von 87 - "als wäre es eine Schnittwurst", wie es der Direktor der Abteilung Wissenschaft und Sammlungen der Stiftung, Timo Trümper, formuliert. Den Teil mit dem Kopf schickte der Händler zurück ins Depot nach Gotha, wo er 2015 restauriert wurde. Der Rest des Bildes wanderte jahrzehntelang durch den Kunsthandel. Erst im vergangenen November tauchte er laut Spiegel bei einer Auktion in Paris wieder auf. Ob die Fragmente tatsächlich vereint werden können, soll jetzt ein Kolloquium entscheiden.