Wichtigste Oppositionszeitung in Bangladesch muss Druck einstellen

    Die Ministerpräsidentin von Bangladesch, Sheikh Hasina, hier bei einem Treffen mit dem österreichischen Kanzler Christian Kern im Kanzleramt in Wien/Österreich am 30.05.2017.
    Sheikh Hasina, die Ministerpräsidentin von Bangladesch. Auf Anordnung der Behörden darf nun die wichtigste Oppositionszeitung in Bangladesch nicht mehr erscheinen. © AP/ Ronald Zak
    20.02.2023
    Die wichtigste Zeitung der Opposition in Bangladesch darf auf Anordnung der Behörden nicht länger erscheinen. Der Druck des Blatts "Dainik Dinkal", das bislang das Sprachrohr der Oppositionspartei Bangladesh National Party (BNP) war, musste am Montag eingestellt werden. "Diese Sperrung ist Teil des harten Durchgreifens der Regierung gegen kritische Stimmen und die Meinungsfreiheit", sagte Chefredakteur Shamsur Rahman Shimul Biswas der Nachrichtenagentur AFP. Auch zwei Journalistengewerkschaften erklärten, die Anordnung sei "Ausdruck der Repression oppositioneller Stimmen". Die Regierung von Ministerpräsidentin Seikh Hasina kommentierte den Vorgang zunächst nicht. Nach Angaben der Zeitung hatten die Behörden in der Hauptstadt Dhaka Ende Dezember angeordnet, "Dainik Dinkal" einzustellen. Nach einem Widerspruch setzte die Redaktion zunächst ihre Arbeit fort. Der Presserat wies am Sonntag aber die Berufung der Zeitung ab. Thematisch stellte das Blatt "Dainik Dinkal" bislang eine Alternative zu anderen Medien in dem asiatischen Land dar, die sich zumeist im Besitz von regierungsnahen Unternehmern befinden. Im weltweiten Ranking der Pressefreiheit durch die Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" lag Bangladesch zuletzt auf Platz 162.