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Kompressor | Beitrag vom 03.11.2014

Weltkriegsgedenken mit MohnblumenZu schön, um an den Krieg zu erinnern?

Die Frage des Tages an den Kunstkritiker Matthias Thibaut

Moderation: Christine Watty

(picture alliance / dpa / Hannah Mckay)
Besucher bestaunen die Installation "Blutrotes Land und Meer" von Tom Piper am Londoner Tower. (picture alliance / dpa / Hannah Mckay)

Im englischsprachigen Raum ist die Mohnblume ein Symbol für die Erinnerung an Kriegsopfer. Genau deshalb hat der Künstler Tom Piper sie auch zum zentralen Element seiner Installation am Tower of London gemacht. Dafür erntet er heftige Kritik.

Der Tower of London steht dieser Tage in einem blutroten Fluss. So zumindest wirkt es aus der Ferne. Rot sind die vielen kleinen Keramik-Mohnblumen, die sich um den Tower reihen. Das Ganze ist eine Installation des Künstlers Tom Piper anlässlich der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. "Blood swept lands and Seas of Red" ist der Titel, die Mohnblumen sind so genannte remembrance poppies, Erinnerungsmohnblumen, die im englischsprachigen Raum verwendet werden, um Kriegsopfern zu gedenken.

Kritiker allerdings sehen in Pipers Blumen-Fluss ein Kunstwerk viel zu großer Schönheit für den Anlass. Ein Kritiker des Guardian schreibt beispielsweise, es sei ein "tief ästhetisiertes, verschönertes und zahnloses" Kriegsdenkmal – der Graben um den Tower hätte besser mal mit Stacheldraht und Knochen aufgefüllt werden müssen.

Unsere Frage des Tages: "Weltkriegsgedenken mit Mohnblume – zu schön, um Erinnerungskunst zu sein"? Die Antwort gibt Kunstkritiker Matthias Thibaut. 

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