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Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.12.2016

Weihnachtskonzert des Rundfunkchors BerlinKönig David berichtet

Live aus dem Berliner Dom

Der Chefdirigent des Rundfunkchors Berlin, Gijs Leenaars (Hans van der Woerd/Rundfunkchor Berlin)
Der Chefdirigent des Rundfunkchors Berlin, Gijs Leenaars (Hans van der Woerd/Rundfunkchor Berlin)

Ihr traditionelles Konzert vor Weihnachten im Berliner Dom bestreiten Gijs Leenaars und der Rundfunkchor Berlin in diesem Jahr mit einem einzigen Werk, dem Oratorium "Le Roi David" von Arthur Honegger.

Seit vielen Jahren findet das Weihnachtskonzert des Rundfunkchors Berlin im Berliner Dom statt. Doch nur selten gab es bisher ein einziges abendfüllendes Werk. Diesmal haben sich Chefdirigent und Chor für "Le Roi David" – "König David" entschieden, ein Oratorium von Arthur Honegger, eine Musik für "alle Tage". Begonnen hat es Honegger im Jahr 1921 und drei Jahre lang überarbeitet. Es zeigt den Aufstieg Davids vom einfachen Hirtenjungen und Helden als Sieger über Goliath zum König, und es zeigt wie er als König um die Macht ringt und sie missbraucht, Kriege führt und von Gott bestraft wird.

Was hat das mit Weihnachten zu tun? Immerhin galt Jesus Christus als Nachkomme dieses legendären Königs, stammt aus dem "Hause und Geschlechte Davids", wie es uns die Weihnachtsgeschichte alljährlich nahebringt. Und Gijs Leenaars, Chefdirigent des Rundfunkchors, wollte in diesem Jahr gern eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Die Verbindung zwischen David und Jesus sieht er in der Komposition durchaus betont. Immerhin werde David hier als eine Art "alttestamentarischer Messias" dargestellt. Das Oratorium verweist nicht zuletzt auf das Kommen "eines anderen Königs" in der Zukunft.

Chor, Solisten und Sprecher singen, sprechen und erzählen die Geschichte, klar gegliedert wie in einem mythologischen Bilderbogen. So war es auch üblich in Weihnachts- und Passionsspielen des Mittelalters und der Renaissance. Und doch bot Honeggers "Le Roi David" Anfang der 1920er Jahre eine neue Form, einen ungewöhnlichen Umgang mit dem Oratorium, aber auch der Oper und dem Erzählen. Der offizielle Untertitel für dieses Werk lautet sogar "Sinfonischer Psalm". Dem in in eine Schweizer Familie geborenen Arthur Honegger lag es als Mitglied der Pariser "Group de Six" am Herzen, wegzukommen von allem romantischen Schwulst - hin zu einer "Musik für alle Tage".

Live aus dem Berliner Dom

Arthur Honegger
"Le Roi David"
Sinfonischer Psalm für Soli, Sprecher, Chor und großes Orchester

Iwona Sobotka, Sopran
Christine Lichtenberg, Mezzosopran
Jan Skrzydlo, Knabenalt
Steve Davislim, Tenor
Isabelle Voßkühler, Sprecherin (Hexe)
Michael Timm, Sprecher (Schatten Samuels)
Rundfunkchor Berlin
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Gijs Leenaars

im Anschluss: Gijs Leenaars, der Chefdirigent des Rundfunkchors Berlin im Gespräch mit Ruth Jarre

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