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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.04.2020

Weibliche Doppelspitze bei der "taz"Kooperation mit einem Schuss Reibung

Ulrike Winkelmann und Barbara Junge im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Die neue Chefredaktion der taz: Ulrike Winkelmann und Barbara Junge (Deutschlandradio / Bettina Fürsts-Fastré, imago-images / Rolf Zoellner)
Auch unter der neuen Doppelspitze ist die Zukunft der Papierzeitung ungewiss. (Deutschlandradio / Bettina Fürsts-Fastré, imago-images / Rolf Zoellner)

Die "taz" hat zwei neue Chefredakteurinnen: Ulrike Winkelmann und Barbara Junge wollen die Zeitung in die Zukunft führen. Die größte Herausforderung wird wohl die Digitalisierung sein. Doch die Doppelspitze ist zuversichtlich, diese meistern zu können.

Frauen in Führungspositionen sind im Medienbereich noch immer eher die Ausnahme. Bei der Tageszeitung "taz" übernehmen jetzt gleich zwei Frauen die Spitze: Ulrike Winkelmann und Barbara Junge lösen Chefredakteur Georg Löwisch ab, der zur "Zeit" wechselt.

"Die taz ist eine Art Heimat für mich", sagt Ulrike Winkelmann, die zuletzt beim Deutschlandfunk gearbeitet hat, aber bei der Zeitung volontiert hatte und dort länger Redakteurin war. Sie sei in dem Blatt groß geworden und habe dort politischen Journalismus gelernt.

Barbara Junge war bereits stellvertretende Chefredakteurin bei der "taz". An der Doppelspitze reize sie, dass man vieles gemeinsam machen, einiges teilen und sich in manchen Dingen abwechseln könne: "Die Doppelspitze ist ein Modell, was ein Reiben mit sich bringt, das eine einzelne Spitze nicht ermöglicht", sagt Junge.

"Ich glaube, dass Teamführung die Führung der Zukunft ist", ergänzt Winkelmann. In vielfältigen Strukturen sei die einzelne Person an der Spitze, die alles wissen und entscheiden muss, kein dauerhaft haltbares Modell. Die Doppelspitze werde besser akzeptiert, glaubt die Journalistin.

Dass die taz-Doppelspitze nun weiblich ist, sei nicht von vornherein festgelegt worden, sondern habe sich so ergeben, berichtet Winkelmann. Der Vorstand habe Kontinuität gewollt, aber auch gewisse Neuerungen: "Und dann waren es eben alles Frauen, und das ist umso besser."

Fit für die Digitalisierung?

Die Herausforderung aller Zeitungen ist die Digitalisierung. "Für diesen Moment muss die taz vorbereitet sein", so Winkelmann. Man habe schon viele verschiedene Arten der Verrbreitung geschaffen, betont sie: "All diese Kanäle müssen bereit stehen für den Tag X, an dem der Hebel umgelegt werden muss, hin zum E-Paper unter der Woche und einer gedruckten Wochenendausgabe."

Das Profil der Zeitung soll beibehalten werden, aber: "Was im Moment noch nicht genug zum Tragen kommt, ist diese Verbindung von sozialer Gerechtigkeit und Bewältigung der Klimakrise", sagt Junge. Das solle in Zukunft öfter thematisiert werden.

(beb) 

 

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