Seit 20:03 Uhr In Concert

Montag, 19.11.2018
 
Seit 20:03 Uhr In Concert

Kompressor | Beitrag vom 08.02.2016

Was darf der Karneval?"Ein Panzer ist keine Satire"

Hans Leyendecker im Gespräch mit Max Oppel

Podcast abonnieren
Ein Panzer mit der Aufschrift "Ilmtaler Asylabwehr" nimmt am 7. Februar 2016 an einem Faschingsumzug in Reichertshausen im Landkreis Pfaffenhofen in Bayern teil Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung. (picture alliance / dpa / Florian Simbeck)
Ein Panzer mit der Aufschrift "Ilmtaler Asylabwehr" nimmt am 7. Februar 2016 an einem Faschingsumzug in Reichertshausen im Landkreis Pfaffenhofen in Bayern teil Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung. (picture alliance / dpa / Florian Simbeck)

Flüchtlingshetze im Karneval? Am Wochenende gab es dazu Kostproben in mehreren Faschings-Hochburgen: Unter anderem war ein Panzer zur "Asylabwehr" zu sehen. Wenn sich Karnevalsaktivitäten gegen Menschen in Not richteten, sei das "widerlich", meint dazu der Journalist Hans Leyendecker.

Sie sollen aufrütteln, politisch sein, auch mal verstören – aber vor allem sollen sie lustig sein: Die Motiv-Wagen im Straßenkarneval. Viele davon müssen heute beim Rosenmontags-Umzug wegen Sturmwarnungen in der Garage bleiben.

Am Wochenende gab es aber Kostproben in mehreren Faschings-Hochburgen: Ein Panzer zur "Asylabwehr" war da zu sehen, oder auch Flüchtlinge als Heuschrecken-Plage dargestellt – der Flüchtlingsstrom als Pulverfass, auf dem wir alle sitzen.

Klagen wegen Volksverhetzung sind eingereicht. Und wir fragen uns: Ist das Narrenfreiheit – oder muss das weg?

Der Journalist Hans Leyendecker, selbst Jeck, gibt eine klare Antwort: "Ein Panzer ist keine Satire" – ein solcher Wagen überschreite die Grenze der Narrenfreiheit. Mehr noch, er habe mit der Karnevalsidee nichts zu tun. "Das sind einfach nur Idioten, die das machen. (...) Das finde ich einfach nur widerlich", sagt Leyendecker.

Beim Karneval richte sich der Spott gegen die Obrigkeit. Wen gegen "kleine Leute, die in Not sind", agiert werde, sei das einfach nur erbärmlich.

Mehr zum Thema

Rosenmontagszug - "Wenn Düsseldorf absagt, geht der Kölner erst recht hin"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 08.02.2016)

Kölner Karneval - Jeckes Treiben in Zeiten der Unsicherheit
(Deutschlandfunk, Das Wochenendjournal, 06.02.2016)

Karneval - Flüchtlinge müssen wissen, woran sie sind
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 04.02.2016)

Flüchtlinge in der Mainzer Fastnacht - Integration ins närrische Treiben
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 02.02.2016)

Fazit

Uffizien in FlorenzGroße Gruppen müssen extra zahlen
Touristen stehen vor den Uffizien, Florenz 22.07.2014. Florenz Italien PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMichaelxGottschalkx Tourists Stand before the Uffizi Gallery Florence 22 07 2014 Florence Italy PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xMichaelxGottschalkx (imago stock&people)

Viele Museen in Italien drohen am Andrang der Touristen zu ersticken. Eike Schmidt, Leiter der Uffizien in Florenz, hat nun eine Gruppensteuer von 70 Euro eingeführt: Große Gruppen würden anderen Besuchern die Sicht auf die Kunstwerke versperren.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur