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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.09.2017

Was brauchen die Menschen in Deutschland wirklich?Das sagt die Integrationslotsin

Sandra Megahed im Gespräch mit Ute Welty

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(Foto: Barbara Breitsprecher )
Integrationslotsin Sandra Megahed hilft Flüchtlingen bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche. (Foto: Barbara Breitsprecher )

Ohne individuelle Begleitung geht es nicht. Das ist das Fazit der Integrationslotsin Sandra Megahed, die Unternehmen bei der Einstellung von Flüchtlingen unterstützt. Denn für die Geflüchteten sei es "wahnsinnig schwierig, erst mal hier das System zu verstehen."

Was brauchen die Menschen in Deutschland wirklich? Das fragen wir in dieser Woche Bürgerinnen und Bürger. Darüber, was Flüchtlinge brauchen, haben wir mit Sandra Megahed gesprochen. Sie ist eine von fünf Integrationslotsen des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, die Unternehmen bei der Beschäftigung von Flüchtlingen unterstützen sollen.

"Für die Geflüchteten ist es wahnsinnig schwierig, erst mal hier das System zu verstehen, einen Einblick zu bekommen, wie es abläuft, wie man auch zu einem Job kommt", sagte Megahed im Deutschlandfunk Kultur. "Denn wir haben jetzt mehr ja auch mit Firmen der Metall- und Elektroindustrie zu tun, da geht es schon auch um anspruchsvollere Tätigkeiten und Beschäftigung, gerade, sage ich mal, auch kleine, mittelständische Firmen bieten ja auch sehr gute Möglichkeiten. Aber die dann auch zu finden mit den, sage ich mal, auch eingeschränkteren Sprachkenntnissen, die richtigen Recherchen zu machen, da braucht es dann halt auch individuelle Begleitung."

Langfristig können Flüchtlinge den Fachkräftemangel lindern

Grundsätzlich könnten Flüchtlinge einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftemangels leisten, so die Integrationslotsin. "Natürlich sehr langfristig. Was wir brauchen, ist natürlich erstmal auch Geduld und Flexibilität. Und ich denke, wenn natürlich auch die Rahmenbedingungen so gegeben sind, dass relativ früh auch die Geflüchteten hier gefördert werden mit Deutschkursen, Berufsorientierung und auch niedrigschwelligen Qualifizierungen erstmal, damit sie überhaupt erstmal in das System reinfinden, denke ich schon, dass es realistisch ist."

Inzwischen seien die ersten Geflüchteten dabei, ihre Ausbildungen abzuschließen, sagt Megahed. "Und da sieht man dann schon, dass sich die Investitionen von den Arbeitgebern und auch unseres Fördersystems gelohnt haben. Aber es ist viel Eigenantrieb natürlich auch nötig von den Geflüchteten."

(uko)

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