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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 07.11.2011

Warum überhaupt Helden?

Die postheroische Gesellschaft und ihre Vorbilder

Von Heiner Kiesel

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Mutter Teresa gilt als Heldin. (AP)
Mutter Teresa gilt als Heldin. (AP)

Die deutsche Gegenwartsgesellschaft steht in dem Ruf, eine postheroische zu sein – eine, in der Heldentum keinen Widerhall in der Bevölkerung findet. Es gibt eigentlich keinen Platz mehr dafür in unserer Mitte. Der Einzelne, der sich anschickt, zum Helden zu werden, wird schnell argwöhnisch beäugt. Na, du Held? – Allein der Begriff wirkt heute ironisch und lächerlich.

Und dennoch gibt es eine Sehnsucht nach Heldinnen und Helden. Das zeigt die andauernde Begeisterung für die alten Erzählungen von Achill oder Siegfried und die modernen Heldenfiguren wie Che Guevara, Nelson Mandela und Mutter Teresa. Eigentlich begegnen uns Helden auf Schritt und Tritt: solche des Alltags, der Arbeit, in Form verklärter Sportler und Rockstars – so oft und vielfältig, dass der Heldenbegriff nur schwer zu fassen ist. Was ist überhaupt ein Held, und welchen Platz kann ein Held in einer pluralistischen demokratischen Gesellschaft haben? Es heißt doch: Jede Gesellschaft hat die Helden, die zu ihr passen.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Literatur:
Rolf-Bernhard Essig über Helden für Menschen ab 12: Wann ist ein Held ein Held?
Hanser Verlag 2010

Und:
Susan Neimann: Moralische Klarheit. Leitfaden für erwachsene Idealisten
Hamburger Edition 2010

Link
Vorlesungen übers Heroische

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