Seit 00:05 Uhr Literatur

Sonntag, 18.11.2018
 
Seit 00:05 Uhr Literatur

Konzert / Archiv | Beitrag vom 14.09.2009

Walter Levin und das LaSalle Quartett

Eine musikalische Biographie, erzählt in 26 Folgen

Walter Levin (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Walter Levin (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Ab 1954 geht das LaSalle Quartett auf Reisen: Auftritte in Israel, mehrere Debüt-Konzerte in Europa und die erste große Welt-Tournee. In Folge 19 erinnert sich Walter Levin auch an die Begegnungen mit jungen europäischen Komponisten bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik.

Im Gespräch mit Werner Grünzweig und Wolfgang Hagen erzählt Walter Levin nicht nur die Geschichte des LaSalle Quartetts, sondern ruft auch wichtige Momente des Musiklebens des 20. Jahrhunderts ins Gedächtnis. Illustriert werden seine lebendigen Erinnerungen mit Ausschnitten seltener historischer Aufnahmen oder bisher nicht gesendeter Konzert-Mitschnitte aus dem Archiv des Quartetts. Im Anschluss an das Studio-Gespräch erklingt jeweils ein ganzes Werk in einer Aufnahme des LaSalle Quartetts.

Der in Berlin geborene Geiger Walter Levin, der am sechsten Dezember des Jahres 2009 seinen 85. Geburtstag feiert, stammt aus einer begüterten jüdischen Familie. Er lebte mit seinen Eltern von 1924 bis 1938 in Berlin-Dahlem, bis die ganze Familie 1938 nach Palästina emigrieren musste. Ab 1946 studierte er Violine bei Ivan Galamian an der Juilliard School of Music New York. Noch als Student gründete Levin das LaSalle Quartet, dessen Erster Geiger er bis 1987 war. Von 1953 bis 1989 unterrichtete er am College Conservatory of Music der Universität von Cincinnati (Ohio). Das LaSalle Quartett unternahm Konzerttourneen in der ganzen Welt und legte Maßstab setzende Schallplattenaufnahmen vor: das gesamte Œuvre für Streichquartett von Schönberg, Berg und Webern; Quartette von Beethoven, Brahms, Mendelssohn, Wolf und Zemlinsky; Quintette von Schubert und Schumann. Viele zeitgenössische Werke wurden eigens für das LaSalle Quartett komponiert und ihm gewidmet, so von György Ligeti, Luigi Nono, Michael Gielen, Mauricio Kagel und Witold Lutosławski. Im Mai 1987 beendete das LaSalle Quartett nach über 40 Jahren seine Konzerttätigkeit.

Heute bildet Walter Levin Streichquartette in vielen Ländern Europas aus und leitet Kammermusik-Kurse in Basel, Paris und Madrid. Hinzu kommen Gesprächskonzerte mit jungen Quartetten, Aufsätze, Radio- und Fernsehsendungen über Aspekte der Interpretation. Viele der wichtigsten Streichquartette haben in den letzten Jahrzehnten mit Walter Levin zusammengearbeitet, so das Alban Berg-, Artis-, Pražak-, Kuss-, Casals- und Artemis-Quartett.

Seitdem Walter Levin 1991/92 als Fellow dem Wissenschaftskolleg angehört, ist er zusammen mit seiner Frau Evi jedes Jahr nach Berlin zurückgekehrt, um lecture recitals am Wissenschaftskolleg wie für ein größeres Publikum im Rundfunk zu geben.

Wolfgang Hagen und Werner Grünzweig im Gespräch mit Walter Levin

Mit Ausschnitten aus:

Leon Kirchner
Streichquartett Nr. 1
1. Satz
LaSalle Quartett
Aufnahme Cincinatti 1965

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett Nr. 20 D-Dur KV 499 ("Hoffmeister-Quartett")
2. Satz Menuetto. Allegretto – Trio
LaSalle Quartett
Aufnahme Bruchsal 1965

Mátyás Seiber
Streichquartett Nr. 2
2. Satz
LaSalle Quartett
Aufnahme Cincinatti 1959

Béla Bartók
Streichquartett Nr. 3
2. Satz Seconda parte. Allegro
LaSalle Quartett
Aufnahme Baden-Baden 1968

György Ligeti
Streichquartett Nr. 2
4. Satz Presto furioso, brutale, tumultuoso
LaSalle Quartett
Aufnahme Köln 1973

Krzysztof Penderecki
Quartetto per archi Nr. 1
LaSalle Quartett
Aufnahme Berlin 1967

Franco Evangelisti
"Aleatorio" (in zwei Versionen)
LaSalle Quartett
Aufnahme Berlin 1982

Konzert

Venezianische Musik in BremenKlangkunst aus San Marco
Der Markusdom in Venedig, spiegelt sich im Wasser. (imago / Westend61)

Die Emporen in San Marco ermöglichten den Komponisten schon um 1600, Sänger im Raum zu verteilen und Mehrstimmigkeit zu etablieren. Ein einmaliger, oppulenter Effekt. Musik aus dieser Zeit wählte Manfred Cordes für das Jubiläumsjahr seines Ensembles.Mehr

Debüt im Deutschlandfunk KulturGezupft und gestrichen
(Tim Kloecker)

Das vision string quartet hat sich innerhalb kürzester Zeit unter den jungen Streichquartetten etabliert. Mit seiner einzigartigen Wandlungsfähigkeit wechselt es zwischen dem klassischen Streichquartett-Repertoire, Eigenkompositionen sowie Arrangements aus den Bereichen Jazz, Pop und Rock. Mehr

Steinmeyer-Orgel der Christuskirche MannheimDas "Mannheimer Wunderwerk"
Die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche Mannheim (Kantorat Nordbaden / Michael Kremzow)

Als „Mannheimer Wunderwerk“ bezeichnete der Leipziger Komponist Sigfrid Karg-Elert im Jahr 1920 die älteste und größte der drei Orgeln der Christuskirche. Die Steinmeyer-Orgel auf der nördlichen Empore ist die größte Denkmalorgel Baden-Württembergs und eine der wenigen großen Konzertorgeln der Spätromantik, die beide Weltkriege und die Deutsche Orgelbewegung fast unversehrt überstanden hat. Nach der kürzlich abgeschlossenen Generalsanierung spielt KMD Johannes Matthias Michel Werke von J.S. Bach, S. Karg-Elert, C. Franck u.a.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur