Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 16.06.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Konzert / Archiv | Beitrag vom 19.11.2016

Walküre bei den Bayreuther Festspielen"Wälse! Wo ist dein Schwert?"

Aufzeichnung aus dem Festspielhaus

Heidi Melton als Sieglinde und Christopher Ventries als Siegmund in "Die Walküre" in Bayreuth 2016 (Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath)
Heidi Melton als Sieglinde und Christopher Ventries als Siegmund in "Die Walküre" in Bayreuth 2016 (Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath)

Schöner Wohnen bei den "Hundings" - Richard Wagner zeichnet in seiner Walküre ein aufgeladenes zwischenmenschliches Verhältnis. Wir senden einen Mitschnitt aus dem Bayreuther Festspielsommer.

Minutenlanges Tremolo auf einem Ton – so beginnt die Oper "Die Walküre". Die Wirkung dieses musikalischen Mittels: Ein Gefühl der Finsternis, eine Welt aus Unheil und Angst wird geschaffen. Dann mischen sich dumpfe Bässe dazu – es wird in Lautstärke permanent geschoben und gezogen. Pauken und Bläser fahren wie Blitze dazwischen! Ein Sturm der Elemente, der zum "Sturm der Herzen" wird.

Man könnte Richard Wagners Walküre als die eigentliche Musiktragödie des Rings betrachten, ein "Superlativ von Leid, Schmerz und Verzweiflung", wie Wagner selbst bekannte, alles ist auf leidenschaftliche Erkenntnis der Willens- und Machtlosigkeit getrimmt. Die Begegnung von Siegmund mit Sieglinde ist schicksalhaft und wird bei Wagner zum Strom beseelter Innigkeit – der ganze 1. Akt ist eine mächtige Steigerung blühender Melodik. Der Mittelakt wirkt dagegen eher wie Besänftigung des Dramatischen – Brünnhilde erscheint – ihre Kennung sind die "Hojotoho"-Rufe. Wotan philosophiert über Vergangenes, die Walküre entscheidet sich wider Wotan. Furios endet das Werk im 3. Akt mit Walkürenritt und Wotans Abschied, mit leuchtenden Orchesterfarben im Feuerzauber.  

Wotan hat den Ring nicht an die Rheintöchter zurückgegeben – ein großes Glück für die abendländische Musikgeschichte. So wird also aus dem einmaligen Unrecht ein sich fortsetzendes, wachsendes Unheil mit Auswirkungen für die ganze Welt und alle Opernfans  – die Ringwelt hat dabei Symbolcharakter.

Bayreuther Festspiele
Festspielhaus
Aufzeichnung vom 27. Juli 2016

Richard Wagner
"Die Walküre" - erster Tag des Bühnenfestspiels "Der Ring des Nibelungen"

Siegmund – Christoper Ventris, Tenor
Hunding – Georg Zeppenfeld, Bass
Wotan – John Lundgren, Bariton
Sieglinde – Heidi Meltone, Sopran
Brünhilde - Catherine Foster, Sopran
Fricka – Sarah Conolly, Mezzosopran
Gerhilde – Caroline Wenborne, Sopran
Ortlinde - Dara Hobbs, Sopran
Waltraute – Stephanie Houtzeel, Mezzosopran
Schwertleite - Nadine Weissmann, Mezzosopran
Helmwige - Christiane Kohl, Sopran
Siegrune – Mareike Morr, Mezzosopran
Grimgerde – Wiebke Lehmkuhl, Alt
Rossweiße - Alexandra Petersamer, Mezzosopran
Orchester der Bayreuther Festspiele
Leitung: Marek Janowski

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur