Vorwurf sexueller Übergriffe gegen Gast-Choreografen am Saarländischen Staatstheater

Ehemalige Ensemble-Mitglieder des Saarländischen Staatstheaters erheben schwere Vorwürfe gegen einen früheren Gast-Choreografen. Das berichtet der Saarländische Rundfunk. Nach dessen Recherchen soll es während der Proben für eine Ballettproduktion zu sexuellen Übergriffen durch den französischen Choreografen Abou Lagraa gekommen sein. Der Fall reicht zurück bis Anfang 2023. Damals war das Stück "Orfeo ed Euridice" geplant. Die Produktion wurde dann aber abgesagt - wegen "unüberbrückbarer Differenzen" zwischen Lagraa und dem Theater, wie es öffentlich hieß. Der Saarländische Rundfunk berichtet nun, dass Tänzer und Tänzerinnen fast 20 mutmaßliche Vorfälle dokumentiert haben. Ihrer Aussage nach hat der damalige Intendant Bodo Busse dies zunächst nicht ernst genommen, sondern erst auf Druck der Bühnengewerkschaft reagiert und das Stück gestrichen. Dieser Darstellung widerspricht Busse. Er sagt, er habe die notwendigen Schritte sofort eingeleitet. Choreograf Lagraa hat sich dem SR zufolge auch nach mehrfacher Anfrage nicht zu den Vorwürfen geäußert.