Vorsitzender der "Beratenden Kommission" zu Raubkunst beklagt Auflösung

Der Vorsitzende der sogenannten "Beratenden Kommission" zur Rückgabe von NS-Raubkunst, Papier, hat dem Bund vorgeworfen, die von ihm geleitete Kommission ohne Not aufzulösen. Die Gründung eines Schiedsgerichts sei ein Sprung ins Dunkle, sagte der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts im Deutschlandfunk Kultur. Die neue Institution müsse zunächst aufgebaut werden. Dazu seien personelle und finanzielle Ressourcen nötig. In dieser Phase würden Verfahren erst mal ruhen. Papier betonte, die Gründung des Schiedsgerichts bringe nicht viel Fortschritt. Vielmehr hätte man die Kommission von einer beratenden in eine entscheidende Kommission umwandeln können. Zuvor war bekannt geworden, dass die Kommission ihre Arbeit nach dem Willen von Kulturstaatsministerin Roth einstellen soll. Das auch als Limbach-Kommission bekannte Gremium wurde 2003 eingerichtet, um Konflikte um die Rückgabe von geraubten Kunstwerken insbesondere aus jüdischem Besitz zu klären, die sich heute in öffentlichen Museen befinden.