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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 31.10.2013

Von Landräubern zu Entwicklungshelfern

Wie Agrarinvestoren Bauern im Süden Afrikas unterstützen

Von Thomas Kruchem

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Moderne Maschinen sollen Sambias Bauern beim nachhaltigen Wirtschaften helfen. (AP)
Moderne Maschinen sollen Sambias Bauern beim nachhaltigen Wirtschaften helfen. (AP)

Ausländische Agrarinvestoren gelten in armen Ländern oft als skrupellose Landräuber. Im südlichen Afrika zeichnet sich ein Stilwechsel ab. Etliche Investoren kooperieren mit den lokalen Bauern und helfen ihnen dabei, Boden und Wasser nachhaltig zu nutzen.

Junge Frauen in grün-gelb leuchtenden Kleidern, junge Männer in weißem Hemd, mit Schlips und frisch gebügelter Hose strecken ihre Hände dem hölzernen Kreuz über ihnen entgegen, während die eng gedrängt auf weißen Plastikstühlen sitzende Gemeinde andächtig lauscht. Gedämpftes Licht fällt durch orangefarbene Oberlichter. Und für Momente erscheint die alltags so schäbig wirkende Beton- und Wellblechkirche der kleinen Methodistengemeinde wie eine Kathedrale beim Festgottesdienst.

Lusaka, Sambia. Sein Glaube ist wichtig für Alexis Phiri. Aber ebenso wichtig sind dem jungen Agrartechniker seine Wurzeln als Bauer der Chewa-Volksgruppe. Leidenschaftlich spricht er von Land und Wald als Hort emotionaler und kultureller Identität.

"'Geh‘ in den Wald und meditiere dort', sagen unsere Mütter zu ihren Söhnen. 'Höre die Stimme des Windes und der Vögel, spüre den Duft der Gräser und Blätter, lass den Wald einen Teil von dir selbst werden. Und die Geister in den Bäumen werden über dich wachen.' Davon abgesehen sind Land und Wald für uns die Grundlage unserer wirtschaftlichen Existenz. Auf dem Land wachsen Mais und Maniok, im Wald finden wir Holz, Früchte und Medizinpflanzen. Dort sammeln wir Gräser zum Flechten von Körben und gehen auf die Jagd."

Brandrodungsackerbau zerstört Land und Wald

Alexis Phiri liebt das Leben auf dem Lande. Er weiß aber auch, dass die traditionelle Landwirtschaft sambischer Kleinbauern eine Landwirtschaft der Armut ist. Mit ihrem Brandrodungsackerbau zerstören sie Land, Wald und die Zukunft ihrer Kinder. Diese Bauern brauchen Hilfe, sie brauchen technisches Wissen, Gerät, Saatgut und Dünger, um ihre Äcker fruchtbarer zu machen, sie brauchen Zugang zu Märkten und Krediten. All das haben ihnen die Herrschenden im Lande nie gegeben. Und auch die Entwicklungshilfe hat über 50 Jahre wenig ausgerichtet. Jetzt sollen ausländische Agrarinvestoren den Kleinbauern helfen, sagt Vizepräsident Guy Scott. Zugleich jedoch ist Scott besorgt, dass Investoren den Kleinbauern Land wegnehmen und sie noch tiefer ins Elend stürzen könnten – gemeinsam mit korrupten Stammesoberhäuptern, den Chiefs.

"Wir hatten Fälle, wo Chiefs ausländischen Investoren Land verkauft haben – ohne jede Mitwirkung oder Genehmigung der zuständigen Behörden. Große Flächen haben deshalb bis heute einen dubiosen Status. Wenn Sie also ihre Milliarden bei uns investieren, dann passen Sie auf. Stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Verträge mit den richtigen Leuten schließen. Folgen Sie dem Gesetz. Sonst finden Sie sich plötzlich wieder auf Land, auf das noch fünf andere Leute Anspruch erheben."

Wie komme ich an Land? Das ist in der Tat die erste Frage, die sich ein ausländischer Agrarinvestor in Sambia stellt. 90 Prozent des Landes gelten als traditionelles Land, das die Stammesoberhäupter verwalten. Sie vergeben Grundstücke an Kleinbauern. Damit ein Investor traditionelles Land nutzen kann, muss er sich mit dem Chief und dessen Ältestenrat einigen. Ein kompliziertes Verfahren. Deshalb pachten Investoren lieber Land von jenen 1.500 ehemaligen Staatsfarmen, die heute brachliegen. Solches Land hat auch Neil Crowder gepachtet, der Gründer des Londoner Investmentfonds Chayton Capital. Auf 7.000 Hektar Staatsland produziert er Nahrungsmittel für den lokalen und regionalen Bedarf.

"Afrika importiert heute rund 50 Millionen Tonnen Getreide jährlich, bei oft 80 bis 100 Dollar Transportkosten pro Tonne. Und der Bedarf wird in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen. Da ist es doch sehr attraktiv, Getreide ganz nah an diesen Märkten zu produzieren."

Und beide Seiten gewinnen, sagt Crowder. Seine Firma verdient, die Afrikaner bekommen ihr Getreide billiger als bisher. Auf die Frage nach Pachtgebühren lächelt der Investor nur. Die fielen nicht ins Gewicht angesichts der 8.000 Dollar pro Hektar, die Chayton investieren muss, bevor das Land ordentliche Erträge abwirft. Das Unternehmen setzt auf eine hochmechanisierte und computergesteuerte Produktion. Löhne und Arbeitsbedingungen gelten als okay, allerdings beschäftigt Chayton weit weniger Arbeitskräfte, als die lokale Bevölkerung erwartete. Neil Crowder klagt derweil, dass es schwierig geworden sei, Geld für Afrika von Investoren zu bekommen.

Angst vor Negativ-Schlagzeilen

"Ausländische Agrarinvestoren in Afrika gelten in Teilen der Weltöffentlichkeit heute als Landräuber, auch wenn sie nicht korrumpieren, die Umwelt verpesten und Kleinbauern ihr Land wegnehmen. Deshalb sehen meine Geldgeber jetzt das zusätzliche Risiko, negativ in die Schlagzeilen zu geraten. Besuche ich einen Portfoliomanager in New York und sage ihm 'Sambia ist sehr, sehr gut. Dort erwirtschafte ich dir 15 bis 25 Prozent Rendite pro Jahr', dann deutet der Mann aus dem Fenster aufs nächste Hochhaus und sagt: 'Ich kann in den Umbau dieses Gebäudes investieren und bekomme 15 Prozent. Warum soll ich da in Afrika investieren und mir vorwerfen lassen, ich steckte das Geld meines Pensionsfonds in landräuberische Aktivitäten?'"

Unterwegs mit George Allison nördlich von Mumbwa im Westen Sambias. Allison stammt aus Simbabwe, in England studierte er Agrarwissenschaften, kehrte dann aber zurück ins geliebte südliche Afrika. Gemeinsam mit zwei Freunden beschloss George Allison 2009, einen Agrarbetrieb zu gründen – auf einem 260.000 Hektar großen Block von Farmland, das seinerzeit kaum bewirtschaftet wurde. Weizen, Soja und andere Nahrungsmittel wollten die drei produzieren. Das Geld fanden sie bei der deutschen Investorengemeinschaft Sapinda, die 50 Millionen Dollar investiert. Gemeinsam gründeten sie die Firma Amatheon und pachteten zunächst 30.000 Hektar Land. Die Produktion wurde in diesem Jahr aufgenommen. An einem von Unkraut überwucherten Feld stoppt Allison seinen Pick-up.

Er steigt aus, bückt sich und streckt dem Besucher einen vielleicht fünf Kilo schweren Brocken Erde entgegen. "Ein Symbol der gigantischen Herausforderungen, vor denen wir stehen", sagt er.

"Es gibt hier eine Menge Land, das Kleinbauern irgendwann gerodet haben, um Feldfrüchte anzubauen. Nach wenigen Jahren jedoch haben sie das Land verlassen, weil es völlig unfruchtbar geworden war. Der Grund: Die Bearbeitung mit dem Pflug hat dem Land die letzten organischen Bestandteile und seine Struktur geraubt; es ist verklumpt. Investiere ich nun auf solchem Land viel Geld in Bewässerungssysteme und die zugehörige Stromversorgung, muss ich sorgsam diese Böden aufpäppeln. Mit denen muss ich ja 20, 30 Jahre arbeiten; ich kann nicht einfach – wie ein lokaler Kleinbauer – immer neues Land roden. Dazu habe ich hier viel zu viel Kapital investiert."

Investoren tragen zur Ernährungssicherheit bei

Damit die Böden im Norden Sambias irgendwann viel Weizen und Soja hervorbringen, muss Amatheon viel Geld in die Hand nehmen. Experten müssen prüfen, wie viel Grundwasser für die Bewässerung zur Verfügung steht; Arbeiter müssen Tausende Tonnen Kalk ausbringen, um die sauren Böden zu neutralisieren; Vertragsfirmen müssen quadratkilometerweise Busch roden; und dann müssen die sensiblen Böden äußerst sorgsam bewirtschaftet werden.

Im provisorischen Hauptquartier der Farm, einem Zeltlager, zeigt Rob, der Farmverwalter, stolz seinen Maschinenpark: nagelneue Bagger, Bulldozer und Traktoren, eine 15 Meter breite, reich mit Elektronik bestückte Pflanzmaschine, die in rasendem Tempo Furchen schneiden sowie in die Furchen Saatgut und Dünger einbringen kann. Trotz dieser Hightech-Ausrüstung will Amatheon eng mit lokalen Kleinbauern kooperieren.

"Allein dadurch, dass wir hier operieren, kommen große Mengen Saatgut und Dünger in die Region, die wir den Kleinbauern günstig anbieten können. Dank unserer Transportkapazitäten können wir den Bauern auch Produkte wie Soja oder Mais zu einem besseren Preis abkaufen, als sie ihn woanders bekommen würden. Und in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten können wir sie darin ausbilden, ihre Erträge zu verbessern."

Damit auch die Kleinbauern pfleglich mit ihren sensiblen Böden umgehen, hat George Allison einen Experten für sogenannte konservierende Landwirtschaft als Bauernberater eingestellt. In Mumbwa zeigt sich Aaron Kamalondo, der Distriktsekretär, höchst angetan vom Amatheon-Engagement in seiner Region.

"Das Farmgebiet Big Concession umfasst 260.000 Hektar. Aber bislang wurde hier nicht eine einzige Farm wirklich entwickelt. Auch deshalb steht die Ernährungssicherheit in unserem Distrikt auf tönernen Füßen. Wir hoffen und glauben, dass sich dies mit dem Engagement der Firma Amatheon ändert. Schon jetzt hat die Firma etliche Arbeitsplätze geschaffen, ein großer Anteil der Gebühren, die sie zahlt, kommt dem Distrikt zugute. Außerdem schafft das Unternehmen Infrastruktur, es fördert mit seinen Investitionen den Wirtschaftskreislauf aus Handel und Handwerk, und es gibt vielen Kleinbauern die Chance, sich zu kommerziellen Bauern zu entwickeln."

Investoren wie Chayton und Amatheon tragen bei zur Ernährungssicherheit in Sambia. Andererseits stellen sie relativ wenige Arbeitsplätze bereit, und ihr Versprechen, lokalen Kleinbauern die Tür zur kommerziellen Landwirtschaft zu öffnen, müssen sie erst noch einlösen. Dennoch sind diese Unternehmen nicht mit Investoren zu vergleichen, die auf krummen Wegen Land von korrupten Chiefs erwerben, die das Land ihrer Volksgruppe leichtfertig verscherbeln. In einigen Fällen kam es schon zu Vertreibungen von Kleinbauern. Ein solcher Verlust an Land belastet heute mehr denn je das Leben der Lamba-Volksgruppe.

Aus der Not heraus wollen Farmbesitzer Felder auf heiligem Land anlegen

Das Volk der Lamba lebt im Norden Sambias. Mit seinen 60.000 Angehörigen zählt es zu den kleineren der vielleicht 50 Ethnien im Vielvölkerstaat Sambia. Lesa, die junge Stammesführerin der Lamba, bewohnt – auf einem für die Lamba heiligen Flecken Grasland außerhalb der Stadt Mpongwe – ein kleines Haus aus roten Ziegeln, umgeben von den Lehmhütten ihrer Berater und einem nach allen Seiten offenen Versammlungspavillon. Dort erzählt die junge Stammesführerin eine Geschichte, die sie und alle Lamba schon als Kinder von ihren Eltern und Großeltern gehört haben.

"Anfang der 70er-Jahre landeten eines Tages mehrere Hubschrauber mit Regierungsfunktionären, Vertretern der britischen Regierung und Vermessungsingenieuren bei uns. Sie gossen Grenzmarkierungen aus Beton in den Boden, und sie sagten, 150.000 Hektar unseres Landes gehörten jetzt mehreren Unternehmen. Dann flogen sie wieder fort."

Jahrzehntelang geschah dann nichts, bis schließlich staatliche und private Farmbetreiber immer mehr Land der Lamba in Besitz nahmen.

"Jetzt habe ich kein Land mehr, das ich den jungen Bauern meines Volkes geben könnte. Dadurch leidet meine Autorität. Und jetzt wollen die Farmbesitzer sogar auf unserem heiligen Land, das wir Mimbolo nennen, Felder anlegen. Dort aber liegen die meisten Grabstätten meines Volkes, und ich habe kein Land für neue Grabstätten."

Arbeiter: Die Farmer terrorisieren uns

Das Dorf Mwanga ist ein elendes Nest: windschiefe Hütten aus Gras und Lehm auf einem von Erosionsrinnen durchzogenen Stück Ödland, das die großen Farmer anscheinend nicht gebrauchen können. Ringsum bedrohlich wirkende Elektrozäune, die die Felder der Investoren schützen sollen. In Mwanga leben mehrere Hundert Familien entlassener, landloser Arbeiter – und jene 52 Familien des Lamba-Volkes, die jahrzehntelang ausharrten auf ihrem in den 70er-Jahren enteigneten Land. "2008 wurden wir endgültig vertrieben", berichten der alte Pretorius Nkatha und seine Frau Grace, deren Hütte kaum zehn Meter entfernt steht von einem zwei Meter hohen Elektrozaun.

"Die Farmer terrorisieren uns. Sie haben die Elektrozäune um ihr Land gezogen, damit wir dort kein Holz mehr sammeln, kein Gras für die Dächer unserer Hütten, keine Pilze und medizinischen Pflanzen."""Eine Zeit lang hatten einige von uns Jobs auf den Farmen. Jetzt aber mechanisieren die Unternehmen, wo sie können. Und wie so viele, haben sie auch meinen Mann Pretorius entlassen. Er hat nun zwei Kilometer von hier entfernt einen Hektar Land gepachtet. Dafür zahlen wir 15 Sack Mais pro Jahr, bei einer Ernte von 20 bis 40 Sack.""

Auch anderswo in Sambia gibt es Konflikte zwischen Agrarinvestoren und Kleinbauern. Entweder wurden die Bauern vor dem Landerwerb nicht ausreichend konsultiert oder es kam zu Streit über Versprechungen der Investoren, Schadenersatz zu zahlen, eine Gesundheitsstation oder eine Schule zu bauen. Von einer Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft kann bei solchen Investoren ohnehin keine Rede sein. Denn um Entwicklung tatsächlich zu fördern, muss ein Investor eng mit lokalen Bauern kooperieren. Dafür gibt es im Prinzip zwei Modelle: Vor dem ersten, der Beteiligung lokaler Bauern als Teilhaber, schrecken ausländische Investoren noch zurück. Das zweite Modell, die Kooperation mit sogenannten Vertragsbauern, praktizieren immer mehr Unternehmen. Ein Beispiel: die Initiative für wettbewerbsfähige afrikanische Baumwolle, kurz COMPACI, in Sambia.

Das Dörfchen Musena nahe der Stadt Mumbwa ist ganz anders als Mwanga. Sorgsam instand gehaltene Erdwege verbinden kleine Anwesen aus weiß und braun gestrichenen Hütten, Kochstellen und Getreidespeichern. Der 52-jährige Bauer Forbes Gwirize zeigt dem Besucher stolz seinen magoye ripper. Dies Gerät schneidet, anders als ein Pflug, nur Furchen in den Boden und gilt als Symbol bodenschonender, konservierender Landwirtschaft in Sambia.

"Vor einigen Jahren, als ich anfing, mit der Firma Dunavant zusammenzuarbeiten, habe ich noch 500 Kilo Baumwolle pro Hektar geerntet; heute sind es über zwei Tonnen. Ich weiß noch, wie sie mich in die Stadt Kabwe einluden zu einem dreitägigen Kurs. Der Lehrer dort, Mike Burgess, zeigte uns, wie wir mit dem magoye ripper umgehen müssen. Er brachte uns bei, Herbizide zu spritzen, ohne uns selbst zu vergiften. Auch wie ich am schnellsten Baumwolle pflanze und ernte, habe ich in Kabwe gelernt."

Baumwollbauern leiden unter Preisschwankungen am Weltmarkt

Baumwolle wird in Afrika fast ausschließlich von Kleinbauern angebaut. Seit langen leiden sie unter den starken Preisschwankungen am Weltmarkt. Anfang des Jahrtausends standen deshalb viele Bauern kurz davor, den Baumwollanbau aufzugeben. Große Baumwollkonzerne wie die US-Firmen Dunavant und Cargill sahen ihre Felle davon schwimmen. Deshalb gründeten sie mit gemeinnützigen Partnern COMPACI, ein Programm, das die Baumwollproduktion in Afrika auf stabile Füße stellen soll. Experten beteiligter Unternehmen und Organisationen fördern inzwischen allein in Sambia 240.000 Kleinbauern. Auf der Basis von Kooperationsverträgen schulen sie die Bauern. Sie stellen ihnen gutes Saatgut, Kalk, Herbizide und Werkzeug zur Verfügung; sie verkaufen modernes Gerät auf Kredit und kaufen Baumwolle zu fairen Preisen. Eine wichtige Rolle spielen für die Unternehmen die Frauen – berichtet Nigel Seabrook, der Chef von Dunavant in Sambia.

"Frauen verrichten einen Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit. Deshalb bilden wir auch sie aus. Viele unserer Mitarbeiter im Programm sind Frauen. Und wir unterstützen über hundert Gruppen von Frauen, die gemeinsam Baumwolle anbauen."

Mit der Professionalisierung des Baumwollanbaus in Sambia zeichnen sich natürlich auch Unterschiede ab, erklärt Seabrook; Unterschiede zwischen erfolgreichen Bauern und jenen, die es trotz aller Hilfe nicht schaffen. Darauf müsse die Firma reagieren.

"Allen unseren Partnerbauern Dünger zu geben, hat sich als wirtschaftlich nicht sinnvoll erwiesen. Viele Bauern bringen, obwohl sie geschult sind, den Dünger nicht gut dosiert aus; manche streuen sogar sinnloserweise Baumwolldünger auf ihr Maisfeld, sodass oft die Kosten für den Dünger den Nutzen übersteigen."

Dies kann insbesondere dann verhängnisvoll sein, wenn der Preis für Baumwolle auf dem Weltmarkt sinkt. 2011 etwa lag er sehr hoch, 2012 dann nur noch bei der Hälfte – mit der Folge, dass weniger produktive Bauern in Schwierigkeiten gerieten. Dennoch wollen sich die meisten Bauern nicht an einem Stabilisierungsfonds beteiligen, aus dem sie jedes Jahr den gleichen Preis für ihre Baumwolle erhalten würden.

Forbes Gwirize indes, der so verblüffend erfolgreiche Bauer im Dorf Musena, hat dank seiner hohen Produktivität auch 2012 noch an seiner Baumwolle verdient. Und er pflanzt ohnedies nur auf seinem Teil seines Landes Baumwolle an. Den Rest bebaut er mit Mais oder Soja, die er gleichfalls an Dunavant verkauft.

"Schon jetzt kann ich meine Kinder zu guten Schulen schicken. Eigentlich könnte ich ein ruhiges Leben führen. Aber ich will mich weiterentwickeln und noch mehr Land bearbeiten, mit künstlicher Bewässerung. Vor Kurzem habe ich ein Bohrloch angelegt und mit einem Kredit der Firma eine Bewässerungsanlage gekauft für 14 Millionen Schilling, 6.400 Euro. Dazu kamen fünf Millionen für die Pumpe und eine Million für den Aufbau der Anlage."

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