Von Jens Brüning
Die "Welt" bespricht intime Gedichte von William Shakespeare. Die "TAZ" kommentiert die Entwicklungen im Hamburger Gängeviertel. Die "FR" kritisiert die Stadt Speyer, die den freien Blick auf ihren Dom verbaut, der zum "Weltkulturerbe" gehört.
"Solange Menschen atmen, Augen sehn", "
lesen wir in der Tageszeitung DIE WELT,
" "wirst Du, wie mein Gesang, nicht untergehn."
Es handelt sich nicht um Journalisten-Poesie, sondern um ein Zitat aus einem Sonett, das vor genau 400 Jahren erstmals erschien. Und wer nun sagt, das könne nur von William Shakespeare sein, hat vermutlich Recht. Hannes Stein würdigt diese "Höhepunkte der Weltliteratur". Die ersten drei Absätze des Artikels in der WELT bemühen sich mit Fleiß, zu erklären, wie die sehr intimen Gedichte aus der Schreibstube des großen Dramendichters in die Öffentlichkeit geraten sein könnten.
Ebenso ausführlich wird die Frage diskutiert, ob der Vater dreier Kinder eventuell schwul gewesen sei und die Sonette einem Geliebten zugeeignet habe. Hannes Stein findet in den Gedichten "viel Konventionelles, sogar manches Langweilige". Aufregend aber sei ein Sonett, das 66. der Serie, das einen Bezug zum Theaterstück "Hamlet" aufweise. Der Hamlet im Sonett entschied, sich nicht zu entleiben. Die Begründung lesen wir in der WELT:
"Man weiß ja nicht, welcher Schrecken nach dem Tod auf uns wartet."
An manchen Orten ist der Schrecken bei lebendigem Leibe groß genug:
"Inzwischen halten dort die Stadtrundfahrtsbusse", "
lesen wir in der TAGESZEITUNG, kurz TAZ. Christiane Müller-Lobeck informiert uns über "Hamburger Stadtentwicklung" im sogenannten Gängeviertel. Das innerstädtische Quartier ist an einen niederländischen Investor verkauft worden, der dort Büros und Wohnungen bauen, also die noch stehenden Gebäude abreißen will. Die erste Rate für den Kauf kam mit großer Verzögerung, ein anderer Interessent war bereits wegen Insolvenz ausgestiegen. Darum begannen Hamburger Künstler, sich in der Altbausubstanz einzurichten und darauf hinzuweisen, dass es sich zum einen um erhaltenswerte Gebäude handelt, zum anderen Kulturschaffende in Hamburg allenthalben an den Rand gedrängt werden. Sie bekamen Zuspruch. In der TAZ ist zu lesen:
" "Die Bürger haben die Nase gestrichen voll von der global uniformen Architektur."
Auch in anderen Wohngebieten Hamburgs gibt es Probleme: St. Pauli, dichtest besiedelter Stadtteil der Hansestadt, verzeichnet Zuzug und steigende Mietpreise.
"Immer mehr Suburbia-Flüchtlinge und Neuhamburger mit Geld auf Tasche", "
lesen wir in der TAZ,
" "zieht es in das ehemals ärmste Viertel Hamburgs."
Von Speyer sagen die Pfälzer nicht ohne Stolz, dass in dieser Stadt am Rhein die Pfalz anfange, italienisch zu werden. Seit 1981 trägt der imposante Dom zu Speyer das Unesco-Prädikat "Weltkulturerbe". Und nun, lesen wir in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, verbaut die Stadt Speyer den freien Blick auf den Dom. Karin Leydecker hat das Unglück besichtigt und weiß:
"Ein Teil der 'exklusiven' Wohnbebauung steht schon: fünfgeschossige Punkthäuser, pastellig bunt und architektonisch banal in vorderster Reihe direkt am Rheinufer."
So soll es weitergehen, denn das vormals als Landschaftsschutzgebiet geltende Gelände am Fluss ist nun als Bauland ausgewiesen, und selbst das letzte authentische Haus, eine spätklassizistische Villa, gilt den Stadtoberen als "Schandfleck". Wir lesen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:
"Für den öffentlichen Raum und die Naherholung ist dieser Rheinuferbereich samt Altem Hafen verloren."
Und der Dom steht hinter global uniformer Architektur.
Um noch einmal auf die Tageszeitung DIE WELT zurückzukommen: Gerhard Charles Rump schreibt über Martin Kippenbergers Bild mit dem Titel "Paris Bar". Am 16. Oktober dieses Jahres wurde es für 2,7 Millionen Euro versteigert. Dabei hat es der Maler gar nicht eigenhändig gemalt. Rump meint:
"Das grenzt dann vielleicht an, keiner weiß an was, aber es grenzt."
lesen wir in der Tageszeitung DIE WELT,
" "wirst Du, wie mein Gesang, nicht untergehn."
Es handelt sich nicht um Journalisten-Poesie, sondern um ein Zitat aus einem Sonett, das vor genau 400 Jahren erstmals erschien. Und wer nun sagt, das könne nur von William Shakespeare sein, hat vermutlich Recht. Hannes Stein würdigt diese "Höhepunkte der Weltliteratur". Die ersten drei Absätze des Artikels in der WELT bemühen sich mit Fleiß, zu erklären, wie die sehr intimen Gedichte aus der Schreibstube des großen Dramendichters in die Öffentlichkeit geraten sein könnten.
Ebenso ausführlich wird die Frage diskutiert, ob der Vater dreier Kinder eventuell schwul gewesen sei und die Sonette einem Geliebten zugeeignet habe. Hannes Stein findet in den Gedichten "viel Konventionelles, sogar manches Langweilige". Aufregend aber sei ein Sonett, das 66. der Serie, das einen Bezug zum Theaterstück "Hamlet" aufweise. Der Hamlet im Sonett entschied, sich nicht zu entleiben. Die Begründung lesen wir in der WELT:
"Man weiß ja nicht, welcher Schrecken nach dem Tod auf uns wartet."
An manchen Orten ist der Schrecken bei lebendigem Leibe groß genug:
"Inzwischen halten dort die Stadtrundfahrtsbusse", "
lesen wir in der TAGESZEITUNG, kurz TAZ. Christiane Müller-Lobeck informiert uns über "Hamburger Stadtentwicklung" im sogenannten Gängeviertel. Das innerstädtische Quartier ist an einen niederländischen Investor verkauft worden, der dort Büros und Wohnungen bauen, also die noch stehenden Gebäude abreißen will. Die erste Rate für den Kauf kam mit großer Verzögerung, ein anderer Interessent war bereits wegen Insolvenz ausgestiegen. Darum begannen Hamburger Künstler, sich in der Altbausubstanz einzurichten und darauf hinzuweisen, dass es sich zum einen um erhaltenswerte Gebäude handelt, zum anderen Kulturschaffende in Hamburg allenthalben an den Rand gedrängt werden. Sie bekamen Zuspruch. In der TAZ ist zu lesen:
" "Die Bürger haben die Nase gestrichen voll von der global uniformen Architektur."
Auch in anderen Wohngebieten Hamburgs gibt es Probleme: St. Pauli, dichtest besiedelter Stadtteil der Hansestadt, verzeichnet Zuzug und steigende Mietpreise.
"Immer mehr Suburbia-Flüchtlinge und Neuhamburger mit Geld auf Tasche", "
lesen wir in der TAZ,
" "zieht es in das ehemals ärmste Viertel Hamburgs."
Von Speyer sagen die Pfälzer nicht ohne Stolz, dass in dieser Stadt am Rhein die Pfalz anfange, italienisch zu werden. Seit 1981 trägt der imposante Dom zu Speyer das Unesco-Prädikat "Weltkulturerbe". Und nun, lesen wir in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, verbaut die Stadt Speyer den freien Blick auf den Dom. Karin Leydecker hat das Unglück besichtigt und weiß:
"Ein Teil der 'exklusiven' Wohnbebauung steht schon: fünfgeschossige Punkthäuser, pastellig bunt und architektonisch banal in vorderster Reihe direkt am Rheinufer."
So soll es weitergehen, denn das vormals als Landschaftsschutzgebiet geltende Gelände am Fluss ist nun als Bauland ausgewiesen, und selbst das letzte authentische Haus, eine spätklassizistische Villa, gilt den Stadtoberen als "Schandfleck". Wir lesen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:
"Für den öffentlichen Raum und die Naherholung ist dieser Rheinuferbereich samt Altem Hafen verloren."
Und der Dom steht hinter global uniformer Architektur.
Um noch einmal auf die Tageszeitung DIE WELT zurückzukommen: Gerhard Charles Rump schreibt über Martin Kippenbergers Bild mit dem Titel "Paris Bar". Am 16. Oktober dieses Jahres wurde es für 2,7 Millionen Euro versteigert. Dabei hat es der Maler gar nicht eigenhändig gemalt. Rump meint:
"Das grenzt dann vielleicht an, keiner weiß an was, aber es grenzt."