Von Adelheid Wedel

Die Tageszeitung "Die Welt" spricht mit dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, über das mögliche Gastland Türkei für das Jahr 2008, die "Süddeutsche Zeitung" beschreibt, wie es mit der Restaurierung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar vorangeht; das Blatt befasst sich außerdem mit dem Thema: das "Irak-Kriegsdesaster und die Intellektuellen".
Einen Blick voraus ins Jahr 2008 gewährt die Tageszeitung DIE WELT. In einem Interview mit dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, äußert die Zeitung ihr Befremden darüber,

"dass die türkische Regierung wenig unternimmt gegen die Bedrohung des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk durch die Nationalisten des Landes"

und fragt, ob es in diesem Zusammenhang angebracht sei, die Türkei als Gastland nach Frankfurt einzuladen. Boos antwortet:

"Ich denke, das ist der beste Moment das zu tun, um der Diskussion über Liberalität in der Türkei mehr Raum zu verschaffen. Und auch, um mit einem Türkeibild aufzuräumen, das meiner Meinung nach verzerrt ist."

Boos schildert, dass er bei seinen Besuchen und Gesprächen in der Türkei eine hohe Unzufriedenheit unter den türkischen Intellektuellen zum Beispiel über die Meinungsfreiheit in der Türkei beobachtet hat. Da könne es doch nur

"unsere Aufgabe" sein, so Boos, "diese Leute nach Kräften zu unterstützen und ihnen auf der Buchmesse internationale Resonanz zu verschaffen." Und, so bemerkt er weiter, "die Buchmesse kann ein Ort sein, an dem vorgeführt wird, wie eine solche nationalistische Bedrohung, zum Beispiel gegen Pamuk, entstehen kann und wie sie zu bekämpfen ist."

Für 2009 ist übrigens China als Buchmesse-Gastland im Gespräch.

Unter der Überschrift "Trotz und Erfolg" beschreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, wie es mit der Restaurierung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar vorangeht. Im kommenden Herbst, "am 24. Oktober, 3 Jahre nach dem furchtbaren Brand in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2004, soll die Wiedereröffnung sein."

Noch sind die Handwerker dabei, beispielsweise nach einem zentimetergenauen Verlegeplan jedes Dielenbrett wieder an seinen alten Platz zu bringen, "um die Patina zu erhalten", wie Schreinermeister Fliegel erklärt. Neben der architektonischen Detailtreue wurden behutsam Verbesserungen eingebaut, wie zum Beispiel eine Sprühnebel-Anlage, die ähnliche Zerstörung verhindern soll.

Unter der Menge von Löschwasser haben die Bücher natürlich am meisten gelitten:

"Weil der Leim auseinander ging, lösten sich die Pappdeckel ab, Ledereinbände schnurrten zusammen, Pergamentdeckel begannen zu schimmeln."

Etwa 62 000 Bücher waren in der Brandnacht beschädigt worden. Die Wiederherstellung aller Bücher wird noch Jahre dauern. "Wir werden jeden Fitzel davon restaurieren," sagt Bibliothekar Jürgen Weber, der die Buchrestaurierungen leitet.

In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG veröffentlicht Gustav Seibt einen längeren Diskurs zum Thema: das "Irak-Kriegsdesaster und die Intellektuellen." Er findet:

"Die Motive einer machtvollen intellektuellen Kriegssympathie müssen rückblickend analysiert werden." Seibt kritisiert, "dass die meisten der Kriegsbefürworter sich mit dem Irak, dem Völkerrecht, den Chancen und Risiken eines Krieges im nahöstlichen Zusammenhang gar nicht befasst haben."

Ebenfalls falsch war es, sich den islamischen Fundamentalismus als Islamfaschismus zurechtzulegen. Die entscheidende Differenz, so Seibt, sei,

"dass die europäischen Faschismen überwiegend religionsfeindlich waren, also mit der kulturellen Überlieferung gebrochen hatten, während der Islamismus sich auf die Autorität einer tausendjährigen Tradition beruft. Aber Niederlagen regen ja bekanntlich das Denken an,"

daran erinnert Gustav Seibt in seinem Artikel in der SZ.

Dabei kann Veränderung doch so einfach sein. Das meint zumindest das Buch "Einfach die Welt verändern", das in Großbritannien ein Bestseller wurde. Den zweiten Teil dieses Buches rezensiert nun die Grünenpolitikerin Renate Künast in der BERLINER ZEITUNG. Die Empfehlungen, die von den Autoren gegeben werden, klingen recht naiv. Darüber wundert sich auch Renate Künast. Sie kommt aber dennoch zu dem Schluss:

"Das Besondere an diesem Buch ist, dass es einen neuen Ton anschlägt. Es macht einfach Spaß, die Welt zum Besseren zu verändern."