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Interview | Beitrag vom 25.11.2019

Volker Quaschning zur lahmenden Energiewende"Das ist fast eine Konterrevolution"

Volker Quaschning im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Windräder stehen im dichten Nebel auf einer Wiese in Brandenburg.  (imago/photothek)
Trübe Aussichten: Durch Mindestabstände zu Siedlungen, viel Bürokratie und wenig Bürgerbeteiligung gehe der Ausbau der Windenergie kaum voran, meint Volker Quaschning. (imago/photothek)

Acht Jahre nach dem Atomausstieg stellt der Ökoenergie-Forscher Volker Quaschning der Bundesregierung ein blamables Zeugnis aus: Sie treibe die Energiewende viel zu langsam voran, habe kein Konzept - und mache manche Fehler ganz bewusst.

Der Anfang: vielversprechend. Die Umsetzung: ungenügend. So lässt sich das Urteil des Wissenschaftlers Volker Quaschning zur deutschen Klimapolitik zusammenfassen. Zunächst sei es Deutschland gelungen, durch die Förderung von Solar- und Windenergie diese weltweit zu konkurrenzfähigen Preisen herzustellen: "Das ist ein Riesenerfolg, der auch durch Deutschland angestoßen wurde", so der Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Aber das sei es auch schon gewesen:

"Das heißt, wir haben die erneuerbaren Energien preiswert gemacht, aber wir weigern uns jetzt in Deutschland, den Ausbau der Energiewende in dem Tempo zu machen, das wir für den Klimaschutz brauchen. Es steckt überall fest, es gibt überhaupt kein Konzept und wir werden sämtliche Klimaschutzziele, die wir uns irgendwie gesetzt haben, mit der aktuellen Politik momentan reißen."

Abstandsregeln bremsen Windkraft aus

Statt den Ausbau erneuerbarer Energien radikal zu beschleunigen, plane die Bundesregierung beispielsweise, über Abstandsregeln die Entwicklung der Windenergie noch weiter auszubremsen: "Das ist alles andere als eine Revolution. Das ist fast eine Konterrevolution, die da gerade stattfindet", meint Quaschning.

So baue Bayern durch den festgelegten großen Abstand zu Siedlungen quasi keine Windräder mehr. Überall würden Flächen ausgeschlossen, es gebe zudem zu lange Genehmigungsverfahren - und die Bürger würden zu wenig beteiligt.

"Ich glaube, viele Fehler davon sind auch bewusst gemacht worden", so Quaschning weiter. Denn Ziel der Bundesregierung sei es vor zwei Jahren gewesen, die Windenergie zu halbieren: "Das hat man klar ausgesprochen - und nun ist man einfach nur ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen."

Am Montag und Dienstag befasst sich eine Konferenz in Berlin mit der Energiewende. 

(bth)  

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