Volker Perthes: Palästinenser müssen gestärkt werden
Versuche, im Nahen Osten einen dauerhaften Frieden zu schaffen, sind nach Meinung von Volker Perthes bislang vor allem an der Inkompetenz Israels gescheitert: Der israelischen Regierung sei es nicht gelungen, mit den Palästinensern Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen, sagte der Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Im Deutschlandradio Kultur sagte der Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik: "Wir haben seit 1993 israelische Regierungen, die in der Regel daran interessiert waren, den Friedensprozess mit den Palästinensern fortzuführen, die aber nicht die notwendigen Investitionen in einen dauerhaften Frieden gemacht haben."
Dazu gehöre etwa, den Siedlungsbau zu stoppen, die Grenzen offen zu halten und ihre palästinensischen Partner zu stärken, anstatt sie zu schwächen. Perthes weiter: Die Palästinenser zu stärken bedeute auch, Fatah und Hamas politisch miteinander zu versöhnen. Hierbei könnten Nachbarländer wie Ägypten helfen.
Nach dem Amtsantritt des US-Präsidenten Barack Obama seien die Möglichkeiten für eine Lösung des Nahost-Konfliktes wieder gestiegen. Mit dem erfahrenen Senator George Mitchell habe Obama an seiner Seite "eine Person, die die notwendigen Voraussetzungen mitbringt, um durch intensive Gespräche hier den Friedensprozess wieder auf den Weg zu bringen."
Perthes sagte: "Entweder haben wir die Zwei-Staaten-Regelung innerhalb der Amtszeit oder der Amtszeiten Obamas oder wir werden sie nicht mehr haben." Für eine Zwei-Staaten-Lösung sehe er aufgrund des demografischen Faktors die Chancen jedoch von Jahr zu Jahr sinken: "In dem Augenblick, wo es in dem gesamten Gebiet, das Israel heute direkt oder indirekt kontrolliert, eine arabische Mehrheit gibt , werden sich die Palästinenser an einer Ein-Staat-Lösung orientieren und sagen, ähnlich wie der ANC das in Südafrika gemacht hat: Wir wollen einen Staat für alle Bürger, wo jeder Bürger das gleich Stimmrecht hat." Dann werde es keinen jüdischen Staat oder palästinensischen Staat mehr geben, sondern nur noch einen mit einer vermutlich arabischen Mehrheit.
Das vollständige Interview mit Volker Perthes können Sie mindestens bis zum 24. Juni 2009 in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören. ( MP3-Audio )
Dazu gehöre etwa, den Siedlungsbau zu stoppen, die Grenzen offen zu halten und ihre palästinensischen Partner zu stärken, anstatt sie zu schwächen. Perthes weiter: Die Palästinenser zu stärken bedeute auch, Fatah und Hamas politisch miteinander zu versöhnen. Hierbei könnten Nachbarländer wie Ägypten helfen.
Nach dem Amtsantritt des US-Präsidenten Barack Obama seien die Möglichkeiten für eine Lösung des Nahost-Konfliktes wieder gestiegen. Mit dem erfahrenen Senator George Mitchell habe Obama an seiner Seite "eine Person, die die notwendigen Voraussetzungen mitbringt, um durch intensive Gespräche hier den Friedensprozess wieder auf den Weg zu bringen."
Perthes sagte: "Entweder haben wir die Zwei-Staaten-Regelung innerhalb der Amtszeit oder der Amtszeiten Obamas oder wir werden sie nicht mehr haben." Für eine Zwei-Staaten-Lösung sehe er aufgrund des demografischen Faktors die Chancen jedoch von Jahr zu Jahr sinken: "In dem Augenblick, wo es in dem gesamten Gebiet, das Israel heute direkt oder indirekt kontrolliert, eine arabische Mehrheit gibt , werden sich die Palästinenser an einer Ein-Staat-Lösung orientieren und sagen, ähnlich wie der ANC das in Südafrika gemacht hat: Wir wollen einen Staat für alle Bürger, wo jeder Bürger das gleich Stimmrecht hat." Dann werde es keinen jüdischen Staat oder palästinensischen Staat mehr geben, sondern nur noch einen mit einer vermutlich arabischen Mehrheit.
Das vollständige Interview mit Volker Perthes können Sie mindestens bis zum 24. Juni 2009 in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören. ( MP3-Audio )