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Konzert / Archiv | Beitrag vom 25.08.2013

Viva la Revolucion!

Claudio Abbado eröffnet das Lucerne Festival

Kultur- und Kongresszentrum Luzern (Lucerne Festival)
Kultur- und Kongresszentrum Luzern (Lucerne Festival)

Feierstimmung in Luzern: Vor 75 Jahren wurde das Musikfestival am Vierwaldstättersee begründet – und vor zehn Jahren rief Claudio Abbado dort das Lucerne Festival Orchestra ins Leben. Eine Revolution? Jedenfalls steht "Revolution" im Motto des diesjährigen Festivals.

Brahms und Revolution – der Name und der Begriff wollen nicht so recht zusammenpassen. Zu ehrwürdig, zu traditionsbewusst, zu klassizistisch scheint Brahms von seinem Sockel herabzuschauen. Doch ausgerechnet Arnold Schönberg, der zum musikalischen Revolutionär wider Willen wurde, verehrte in Brahms den "Fortschrittlichen".

Das andere große Leitbild des Wiener Komponisten war Beethoven, dessen Musik Schönberg als Inbegriff des Denkens in Musik galt. So zieht Claudio Abbados Luzerner Konzertprogramm eine Linie durch die Wiener Musiktraditionen: Von der wahrlich revolutionären "Eroica" Beethovens über Brahms als Beethoven-Nachfolger bis zu Schönberg, dem Meister der "Neuen Wiener Schule". Es sind zugleich drei Komponisten, die im Konzertrepertoire von Claudio Abbado immer eine besondere Rolle gespielt haben.

Mit diesem Programm eröffnet Abbado den Jubiläums-Jahrgang des Lucerne Festival. Angeregt von Arturo Toscanini 1938 als Gegenentwurf zu den totalitär vereinnahmten Festspielen in Bayreuth und Salzburg, entwickelten sich die Luzerner Festwochen nach dem Krieg zum international führenden Festival für Orchestermusik. Trotz der gastierenden Spitzenorchester sorgte man in Luzern auch immer für eigene Festival-Klangkörper – heute sind das neben den Festival Strings Lucerne das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado und das Lucerne Festival Academy Orchestra unter Pierre Boulez.

Mit der Verpflichtung von Abbado und Boulez ist dem Lucerne Festival einer der größten Coups im Musikleben unserer Zeit gelungen: Die Kräfte, die von diesen Musikerpersönlichkeiten ausgehen, ziehen seit Jahren die besten Instrumentalisten an und formen aus ihnen unverwechselbare Orchester.


Lucerne Festival
Kultur- und Kongresszentrum Luzern
Eröffnungskonzert
Aufzeichnung vom 16.08.2013


Johannes Brahms
Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81

Arnold Schönberg
Orchesterzwischenspiel und "Lied der Waldtaube"
aus: "Gurrelieder"

ca. 20:40 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 ("Eroica")


Mihoko Fujimura, Mezzosopran
Lucerne Festival Orchestra
Leitung: Claudio Abbado

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