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Interview | Beitrag vom 03.04.2020

VirusdiagnostikWas der neue Coronatest aus Österreich ermöglicht

Martin Mair im Gespräch mit Dieter Kassel

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Ein Arzt in Schutzausrüstung nimmt an einem Corona-Testzentrum einen Abstrichtest vor.  (EyeEm / Dominik Moser)
Weltweit wird an neuen Verfahren geforscht, um das Coronavirus festzustellen. (EyeEm / Dominik Moser)

In Innsbruck ist ein neuer Test zur Feststellung des Coronavirus entwickelt worden. Unser Wissenschaftsredakteur Martin Mair erklärt, wie das Verfahren zu bewerten ist.

Den einen Coronatest gibt es nicht, derzeit kommen mehrere Verfahren zur Anwendung, um das Virus festzustellen. Forscher an Universität Innsbruck haben nun einen neuen Test entwickelt. Unser Wissenschaftsredakteur Martin Mair denkt allerdings nicht, dass sich dadurch Grundlegendes verändern wird. 

"Es ist auf jeden Fall kein Durchbruch", sagt Mair. Der neue Test sei die Abwandlung eines etablierten Testverfahrens, das mit Hilfe der sogenannten PCR-Methode funktioniere. Dabei werde ein Abstrich aus Nase oder Mund genommen und zur Feststellung des Coronavirus herangezogen. "Ein wenig anders" sei dabei nur, dass andere Gerätschaften und Analysechemikalien verwendet würden. 

Zu wenig Chemikalien für Tests

Probleme bei den Tests mache vor allem der fehlende Nachschub solcher Chemikalien, so Mair. "Die Produzenten sitzen vor allem in China und den USA und zum Teil bleiben da die Lieferungen aus." Maschinen, die die PCR-Methode beherrschen, gebe es inzwischen genug – trotz eines anfänglichen Engpasses: "Da konnte man gegensteuern." 

Vorsichtig sollte man Mair zufolge bei sogenannten Antikörpertests sein, die zeigen, ob man bereits eine Immunität gegen das Virus aufgebaut hat. "Diese Antikörper lassen sich erst nach Tagen einer Erkrankung nachweisen und es ist unklar, ob sie auch schon bei anderen Viren anschlagen. Das heißt, sie sind nicht so zuverlässig." Auch dubiosen Schnelltest-Angeboten aus dem Internet sollte man daher kein Vertrauen schenken. 

(cmk)

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