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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 27.02.2017

Virtuelle FreundschaftÜber die Nähe zum Unbekannten

Von Ralf bei der Kellen und Timo Grampes

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Ein Notizzettel, auf dem jemand festgehalten hat: 1. Freund, 2. facebook Freund (imago/Peter Widmann)
Freund und facebook-Freund - zwei Arten von Freundschaft? (imago/Peter Widmann)

Ohne sich jemals real getroffen zu haben: In sozialen Medien genügt oft ein Klick, um eine neue Freundschaft zu besiegeln. Bietet die Anonymität des Netzes am Ende eine gute Möglichkeit, sich unvoreingenommen von Äußerlichkeiten nahezukommen?

Freundschaft ist für viele Menschen ein Wort, das sie nicht leichtfertig verwenden wollen. Ein Freund, eine Freundin, das sind die wenigen Menschen, denen man ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringt. Daher stören sich viele daran, dass man sich in den sozialen Netzwerken wie Facebook nur mit einem Klick "befreunden" kann. Hier und da spricht man von der Entwertung der Freundschaft.

Doch es gibt auch positive Aspekte: Menschen z.B., die sich übers Online-Gaming kennenlernen und eine gemeinsame Passion teilen. Dafür müssen sie sich nicht sehen. 

Der Trend zu rein virtuellen Freundschaften gilt aber nicht nur für Jüngere: Für die Generation 60plus gibt es schon eigene soziale Netzwerke. 

Parallelen zur traditionellen Brieffreundschaft

Auch wenn neuere Studien nahelegen, dass es oft von den ersten Eindrücken abhängt, wen man in seinen Freundeskreis einlässt und wen nicht, so legt ein Blick in die Geschichte nahe, dass man sich auch sehr nahe kommen kann, ohne sich von Angesicht zu Angesicht zu sehen - Stichwort: Brieffreundschaften.

Und ist vielleicht gerade die Anonymität des Netzes die beste Art, unvoreingenommen von Äußerlichkeiten auf die Seele des anderen zu blicken?

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Mann tippt bei Dunkelheit am Computer (imago/Westend61)Wird das Konzept der Freundschaft von Social Media wirklich entwertet? (imago/Westend61)

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