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Alte Musik | Beitrag vom 02.12.2020

Vielfalt und Verwirrung der barocken Klang-RedeAuch die Musik kennt Dialekte

Von Wolfgang Kostujak

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Auf einem Gemälde von Bartholomeus van der Helst um 1668 ist ein Mann vor Seekulisse zu sehen, der mit einem Zeigefinger auf sein Ohr weist. (imago images / Everett Collection / HISL042 EC260)
Ohren auf beim Dialekte-Erkennen in der Musik. (imago images / Everett Collection / HISL042 EC260)

In dieser Sendung wird aufgeblättert, wie sich der Sprachraum, in dem sich ein Komponist bewegte, auf sein "Taktgefühl" auswirkte. Vor allem in der Barockzeit gab es unzählige Dialekte. Und diese spiegeln sich in der Musik - eine Hör-Sprachreise in die Musik.

Musik als "Klangrede" zu begreifen, das entspricht spätestens seit Nikolaus Harnoncourts gleichnamigen Buch aus dem Jahr 1982 einem gängigen Verständnis von barocker Tonkunst. Inwiefern diese "Rede" aber auch lokale Dialekte kennt, und auf welche Weise der musikalische Zungenschlag mit der regionalen Mundart und deren Rhythmus zusammenhängt, das gehört zu den bislang kaum beackerten Feldern der Musikforschung.

Vor der Sprachangleichung

Lange vor der Uniformierung der Sprachräume durch die Wörterbücher des 18. und 19. Jahrhunderts beherbergten die Regionen noch eine Unzahl verschiedener Dialekte, und wenn man Francois Couperins Zeugnis aus dem Jahr 1717 glauben will, dann steckte hinter jeder der unterschiedlichen Sprechweisen und Jargons auch eine ganz spezielle musikalische "Inegalité".

Wie weitreichend sich Versmaß und mundartlicher Schlendrian ins Schaffen der zeitgenössischen Musiker eingraviert haben – das dokumentiert die Sendung von Wolfgang Kostujak.

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