Vertreter und Ebay-Schauspieler
Jürgen Olbrück ist einer von der neuen Sorte Schauspieler, die man Ebay-Schauspieler nennen könnte. Laien, die ihr Erspartes daran geben, um in einen Film zu kommen. Er hat eine Nebenrolle im Film "Wer ist eigentlich Paul" über Ebay ersteigert. Und: Jürgen Olbrück ist Wiederholungstäter. Ein Porträt von Henning Hübert.
Jürgen Olbrück: "Das erste Mal ist schon Gänsehautfeeling. Man sieht dann seinen Namen direkt im Vorspann schon, und dann sich selber im Film, also ich krieg jetzt schon Gänsehaut. Also das ist also schon wirklich 'ne tolle Sache."
Für Jürgen Olbrück hat es sich gelohnt. Die Kinopremiere von "Wer ist eigentlich Paul?" liegt hinter ihm. Dort spielt er in einer Hauptrolle den Klaus, einen Mitbewohner einer Schwulen-WG.
Arne Elsholz: " Wer ist eigentlich Paul? Das wohl schrillste Filmprojekt aller Zeiten. Alle Rollen wurden über das Internet versteigert."
Der Werbung für das Filmprojekt hat Arne Elsholz, der deutsche Synchronsprecher von Tom Hanks, seine Stimme geliehen. Jürgen Olbrück hat sie magisch angezogen.
Jürgen Olbrück: " Also für 11.050 Euro hab ich die Rolle ersteigert. Was eigentlich auch schon über meiner Schmerzgrenze war."
Arne Elsholz: "Keiner der Darsteller stand jemals zuvor vor der Kamera."
Jürgen Olbrück: "Ich bin absolut von privat kein Spieler. Weil: Ich weiß dann irgendwann, dann setz ich mir ein Limit. Aber das hat mich so richtig in den Bann gezogen. Weil ich wollte einfach dabei sein."
Arne Elsholz: "Doch war es nicht ein Amateur, der die Arche baute, und eine Vielzahl von Profis die Titanic?"
Jürgen Olbrück: "Es war wirklich toll. Ich bereu es nicht."
Jürgen Olbrück steht dazu, dass er Laienschauspieler ist. Seine Rolle hat er von Ralf List bekommen, der die Idee zu dem Spielfilm hatte. Eine Rolle, in die er Anfangs nur schwer rein gekommen ist:
Jürgen Olbrück: "Ja, erstmal, dass ich den introvertierten Klaus spiele, der schwul ist, da bin ich schon in dem Fall Laie. Ein Schwuler muss nicht rumtucken, finde ich, aber viele Leute haben mir nach der Premiere gesagt: Das hat man dir aber nicht angesehen, dass du schwul bist." (lacht)
Er weiß nicht so recht, ob er das als Kompliment nehmen soll oder nicht. In eine neue Rolle hineinfinden musste er sich auch schon im Berufsleben. Und das mehrfach nach seinem Hauptschulabschluss.
Jürgen Olbrück: "Gelernt hab ich Bäcker-Konditor. Das ist also schon ein bisschen weit weg. Aber dann halt, von meiner Bäckerkrankheit – da habe ich mit Bäckerkaries zu tun gehabt, konnte ich das nicht weiter ausüben."
Statt Mehl und Zucker kamen Sanitäranlagen und Kalk. Inzwischen ist der 35-Jährige für den Job auch aus dem Rheinland weggezogen.
Jürgen Olbrück: "In Wiesbaden bin ich Handelsvertreter für Kalkschutzanlagen. Das mache ich seit über sechs Jahren. Ich habe aber zwölf Jahre hier in Rheinbreitbach gearbeitet, was nicht weit weg ist von meinem Geburtshaus, in einem Sanitärunternehmen. "
Alles Berufe, die so gar nichts mit der Filmbranche zu tun haben. Entsprechend haben auch seine Arbeitskollegen über ihn den Kopf geschüttelt, als sie mitbekamen, wie viel Geld er für seine Filmrollen ausgibt. Auch bei " Der Prinz aus Wanne-Eickel" hat Jürgen Olbrück kräftig mit geboten. Auch das ist wieder ein Streifen, der sich aus Ebay-Schauspielern rekrutiert und finanziert. Die Premiere soll nächstes Jahr in der Arena auf Schalke stattfinden, so der Plan. Der Trailer ist schon fertig.
Filmtrailer: "Vorsicht, hier sind Amateure am Werk! In: Der Prinz aus Wanne-Eickel. Erwarten Sie alles, aber bloß nicht zu viel. Denn: Wir sind in Deutschland. Deutschlands umwerfende andere Filmkomödie."
Nach den 11.000 hat Jürgen Olbrück noch mal 4.000 Euro ausgegeben. Dafür bekam er eine kleine Paparazzo-Nebenrolle. Sage und schreibe knapp 100 weitere Ebay-Schauspieler tummeln sich mit ihm in "Der Prinz aus Wanne-Eickel" auf der Leinwand.
Filmtrailer: "Warum hab ich dir eigentlich das Geld vorgestreckt, wenn nichts dabei rumkommt? Filme machen: Das macht mich glücklich. Mein Name ist Tobias Meier. Ich würd’ ihnen gerne mal ein Drehbuch zeigen. Für deine Bemühungen bekommst du eine Million! Aah. "
Die beiden Filmrollen gingen ins Geld. Dafür muss er seinen alten Kleinwagen ein bisschen länger fahren, auch wenn der schon über 200.000 Kilometer gelaufen ist. Jürgen Olbrück ist viel unterwegs in seinem Vertreterberuf. Wenn er Kalkschutzanlagen in den Kellern von Privatleuten oder Gaststätten installiert, entdeckt er gar nicht so selten schlummernde Schätze. Wie alte Spielautomaten oder Flipper. Die bekommt er dann geschenkt oder billig verkauft und versteigert sie dann im Internet. Eine gute Neben-Einnahmequelle. Nach Feierabend schreibt der Mittdreißiger Sketche und Gedichte und bietet sie Kabarettisten an. Für weitere Hobbys bleibt kaum Platz.
Jürgen Olbrück: "Ich bin jetzt so zum Internetjunkie geworden. Das fesselt mich. Weil man so viele Informationen übers Internet bekommt. Da grabe ich auch gerne mal im Internet statt in einem Buch. Das spart ja auch Zeit. Also ich bin zu einem Internetfreak geworden."
Bis zu acht Stunden ist er am Tag online. Dort immer mal wieder angebotene neue Filmrollen reizen ihn nicht mehr. Für die, so seine Beobachtung, sinken bei Ebay inzwischen die Preise. "Nachmacher! Trittbrettfahrer!", sagt er und winkt ab. Stolz ist er dagegen auf einen Beitrag in "Der Prinz aus Wanne-Eickel". Der bodenständige Kalkschutzanlagenvertreter hat für den Titelsong den Text geliefert. Was Schlagerstar Jürgen Drews da singt, hat Jürgen Olbrück gedichtet. Daneben hofft Jürgen Olbrück, irgendwann mit einer Filmrolle auch mal Geld zu verdienen.
Jürgen Drews: "Willkommen im Leben, willkommen im Leben. Mal geht alles gut, doch meistens daneben. Willkommen im Leben, willkommen im Leben. Mal geht alles gut, doch meistens daneben."
Für Jürgen Olbrück hat es sich gelohnt. Die Kinopremiere von "Wer ist eigentlich Paul?" liegt hinter ihm. Dort spielt er in einer Hauptrolle den Klaus, einen Mitbewohner einer Schwulen-WG.
Arne Elsholz: " Wer ist eigentlich Paul? Das wohl schrillste Filmprojekt aller Zeiten. Alle Rollen wurden über das Internet versteigert."
Der Werbung für das Filmprojekt hat Arne Elsholz, der deutsche Synchronsprecher von Tom Hanks, seine Stimme geliehen. Jürgen Olbrück hat sie magisch angezogen.
Jürgen Olbrück: " Also für 11.050 Euro hab ich die Rolle ersteigert. Was eigentlich auch schon über meiner Schmerzgrenze war."
Arne Elsholz: "Keiner der Darsteller stand jemals zuvor vor der Kamera."
Jürgen Olbrück: "Ich bin absolut von privat kein Spieler. Weil: Ich weiß dann irgendwann, dann setz ich mir ein Limit. Aber das hat mich so richtig in den Bann gezogen. Weil ich wollte einfach dabei sein."
Arne Elsholz: "Doch war es nicht ein Amateur, der die Arche baute, und eine Vielzahl von Profis die Titanic?"
Jürgen Olbrück: "Es war wirklich toll. Ich bereu es nicht."
Jürgen Olbrück steht dazu, dass er Laienschauspieler ist. Seine Rolle hat er von Ralf List bekommen, der die Idee zu dem Spielfilm hatte. Eine Rolle, in die er Anfangs nur schwer rein gekommen ist:
Jürgen Olbrück: "Ja, erstmal, dass ich den introvertierten Klaus spiele, der schwul ist, da bin ich schon in dem Fall Laie. Ein Schwuler muss nicht rumtucken, finde ich, aber viele Leute haben mir nach der Premiere gesagt: Das hat man dir aber nicht angesehen, dass du schwul bist." (lacht)
Er weiß nicht so recht, ob er das als Kompliment nehmen soll oder nicht. In eine neue Rolle hineinfinden musste er sich auch schon im Berufsleben. Und das mehrfach nach seinem Hauptschulabschluss.
Jürgen Olbrück: "Gelernt hab ich Bäcker-Konditor. Das ist also schon ein bisschen weit weg. Aber dann halt, von meiner Bäckerkrankheit – da habe ich mit Bäckerkaries zu tun gehabt, konnte ich das nicht weiter ausüben."
Statt Mehl und Zucker kamen Sanitäranlagen und Kalk. Inzwischen ist der 35-Jährige für den Job auch aus dem Rheinland weggezogen.
Jürgen Olbrück: "In Wiesbaden bin ich Handelsvertreter für Kalkschutzanlagen. Das mache ich seit über sechs Jahren. Ich habe aber zwölf Jahre hier in Rheinbreitbach gearbeitet, was nicht weit weg ist von meinem Geburtshaus, in einem Sanitärunternehmen. "
Alles Berufe, die so gar nichts mit der Filmbranche zu tun haben. Entsprechend haben auch seine Arbeitskollegen über ihn den Kopf geschüttelt, als sie mitbekamen, wie viel Geld er für seine Filmrollen ausgibt. Auch bei " Der Prinz aus Wanne-Eickel" hat Jürgen Olbrück kräftig mit geboten. Auch das ist wieder ein Streifen, der sich aus Ebay-Schauspielern rekrutiert und finanziert. Die Premiere soll nächstes Jahr in der Arena auf Schalke stattfinden, so der Plan. Der Trailer ist schon fertig.
Filmtrailer: "Vorsicht, hier sind Amateure am Werk! In: Der Prinz aus Wanne-Eickel. Erwarten Sie alles, aber bloß nicht zu viel. Denn: Wir sind in Deutschland. Deutschlands umwerfende andere Filmkomödie."
Nach den 11.000 hat Jürgen Olbrück noch mal 4.000 Euro ausgegeben. Dafür bekam er eine kleine Paparazzo-Nebenrolle. Sage und schreibe knapp 100 weitere Ebay-Schauspieler tummeln sich mit ihm in "Der Prinz aus Wanne-Eickel" auf der Leinwand.
Filmtrailer: "Warum hab ich dir eigentlich das Geld vorgestreckt, wenn nichts dabei rumkommt? Filme machen: Das macht mich glücklich. Mein Name ist Tobias Meier. Ich würd’ ihnen gerne mal ein Drehbuch zeigen. Für deine Bemühungen bekommst du eine Million! Aah. "
Die beiden Filmrollen gingen ins Geld. Dafür muss er seinen alten Kleinwagen ein bisschen länger fahren, auch wenn der schon über 200.000 Kilometer gelaufen ist. Jürgen Olbrück ist viel unterwegs in seinem Vertreterberuf. Wenn er Kalkschutzanlagen in den Kellern von Privatleuten oder Gaststätten installiert, entdeckt er gar nicht so selten schlummernde Schätze. Wie alte Spielautomaten oder Flipper. Die bekommt er dann geschenkt oder billig verkauft und versteigert sie dann im Internet. Eine gute Neben-Einnahmequelle. Nach Feierabend schreibt der Mittdreißiger Sketche und Gedichte und bietet sie Kabarettisten an. Für weitere Hobbys bleibt kaum Platz.
Jürgen Olbrück: "Ich bin jetzt so zum Internetjunkie geworden. Das fesselt mich. Weil man so viele Informationen übers Internet bekommt. Da grabe ich auch gerne mal im Internet statt in einem Buch. Das spart ja auch Zeit. Also ich bin zu einem Internetfreak geworden."
Bis zu acht Stunden ist er am Tag online. Dort immer mal wieder angebotene neue Filmrollen reizen ihn nicht mehr. Für die, so seine Beobachtung, sinken bei Ebay inzwischen die Preise. "Nachmacher! Trittbrettfahrer!", sagt er und winkt ab. Stolz ist er dagegen auf einen Beitrag in "Der Prinz aus Wanne-Eickel". Der bodenständige Kalkschutzanlagenvertreter hat für den Titelsong den Text geliefert. Was Schlagerstar Jürgen Drews da singt, hat Jürgen Olbrück gedichtet. Daneben hofft Jürgen Olbrück, irgendwann mit einer Filmrolle auch mal Geld zu verdienen.
Jürgen Drews: "Willkommen im Leben, willkommen im Leben. Mal geht alles gut, doch meistens daneben. Willkommen im Leben, willkommen im Leben. Mal geht alles gut, doch meistens daneben."