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Interview / Archiv | Beitrag vom 03.02.2011

Versäumnisse in der Ägypten-Berichterstattung

Chefredakteur von ARD-aktuell: Frage der Menschenrechte lange vernachlässigt

Der jahrzehntelange Ausnahmezustand in Ägypten hätte thematisiert werden müssen, meint Gniffke. (AP)
Der jahrzehntelange Ausnahmezustand in Ägypten hätte thematisiert werden müssen, meint Gniffke. (AP)

Kai Gniffke, der Chefredakteur von ARD-aktuell, hat eingeräumt, dass die Frage der Menschenrechte in der Ägypten-Berichterstattung in der Vergangenheit zu kurz gekommen ist. In den letzten zehn, 20 Jahren sei die Tatsache nicht hinreichend gewürdigt worden, dass in Ägypten Ausnahmerecht herrsche, sagte er.

Wenn Mubarak auf Staatsbesuch in Deutschland gewesen sei oder deutsche Politiker in Ägypten, sei das Thema Menschenrechte von den Medien nicht angesprochen worden, kritisierte der ARD-Journalist: "Und im Nachhinein finde ich, dieser Reflex, den wir sonst bei China, bei Iran etwa haben, der hätte uns auch da gut zu Gesicht gestanden."

Zu dem Vorwurf, die ARD berichte nicht genug in Sondersendungen über die Ereignisse in Ägypten, sagte Gniffke, er könne keine großen Lücken in der Berichterstattung erkennen. Schließlich sei die ARD kein Nachrichtenkanal, sondern ein Vollprogramm. "Sollten sich die Ereignisse weiter zuspitzen – klar wird man noch zusätzliche Ausgaben ins Programm nehmen, aber gestern, fand ich, sahen wir ehrlich gesagt, ganz gut aus."

Das vollständige Gespräch mit Kai Gniffke können Sie mindestens bis zum 3.7.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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