Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Donnerstag, 01.10.2020
 
Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Interview / Archiv | Beitrag vom 03.02.2011

Versäumnisse in der Ägypten-Berichterstattung

Chefredakteur von ARD-aktuell: Frage der Menschenrechte lange vernachlässigt

Podcast abonnieren
Der jahrzehntelange Ausnahmezustand in Ägypten hätte thematisiert werden müssen, meint Gniffke. (AP)
Der jahrzehntelange Ausnahmezustand in Ägypten hätte thematisiert werden müssen, meint Gniffke. (AP)

Kai Gniffke, der Chefredakteur von ARD-aktuell, hat eingeräumt, dass die Frage der Menschenrechte in der Ägypten-Berichterstattung in der Vergangenheit zu kurz gekommen ist. In den letzten zehn, 20 Jahren sei die Tatsache nicht hinreichend gewürdigt worden, dass in Ägypten Ausnahmerecht herrsche, sagte er.

Wenn Mubarak auf Staatsbesuch in Deutschland gewesen sei oder deutsche Politiker in Ägypten, sei das Thema Menschenrechte von den Medien nicht angesprochen worden, kritisierte der ARD-Journalist: "Und im Nachhinein finde ich, dieser Reflex, den wir sonst bei China, bei Iran etwa haben, der hätte uns auch da gut zu Gesicht gestanden."

Zu dem Vorwurf, die ARD berichte nicht genug in Sondersendungen über die Ereignisse in Ägypten, sagte Gniffke, er könne keine großen Lücken in der Berichterstattung erkennen. Schließlich sei die ARD kein Nachrichtenkanal, sondern ein Vollprogramm. "Sollten sich die Ereignisse weiter zuspitzen – klar wird man noch zusätzliche Ausgaben ins Programm nehmen, aber gestern, fand ich, sahen wir ehrlich gesagt, ganz gut aus."

Das vollständige Gespräch mit Kai Gniffke können Sie mindestens bis zum 3.7.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Linktipp:
Alle Beiträge auf dradio.de zu den Krisen im Nahen und Mittleren Osten im Überblick:Deutschlandradio · Der arabische Aufstand

Interview

US-Wahlkampf"Seit Trump ist nichts mehr schockierend"
Eine junge Wählerin in den USA steht zwischen "Vote" Schildern. (Getty / MediaNews Group / Mindy Schauer)

Ein alter Mann wird US-Präsident, beide Kandidaten sind über 70 Jahre alt. "Ich finde mich in dieser Politik nicht wieder", sagt die 36-jährige Carla Minami. Sie hofft, dass es nach einem Sieg von Joe Biden zumindest wieder um Fakten gehen würde.Mehr

Trump vs. Biden im TV-DuellDas Debatten-Desaster
Screenshot aus dem TV-Studio: Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden. (picture alliance / dpa / Consolidated News Photos)

Die erste TV-Debatte zwischen US-Präsident Trump und seinem demokratischen Herausforderer Biden war chaotisch und erinnerte Kommentatoren an eine Kneipenschlägerei. Der Politologe Jackson Janes sieht dennoch einen klaren Sieger.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur