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Studio 9 | Beitrag vom 02.12.2014

VergleichstestTschechische Schüler können am besten mit Computern umgehen

Schulen sind gut ausgestattet

Von Stefan Heinlein

Im Umgang mit Computern sind Tschechiens Schüler spitze. (picture alliance / ZB / Jens Büttner)
Im Umgang mit Computern sind Tschechiens Schüler spitze. (picture alliance / ZB / Jens Büttner)

Was den Umgang mit Computern angeht, sind die tschechischen Schüler weltweit führend. Grund dafür ist die sehr gute Ausstattung der Schulen mit neuen Rechnern und Laptops – dank großzügiger finanzieller Hilfe aus Brüssel.

In der Doppelstunde Informatik geht es heute um das Design einer Homepage. Jeder der zehn Achtklässer sitzt vor einem nagelneuen PC mit schnellem Internetzugang. Am Prager Jan-Neruda-Gymnasium legt man viel Wert auf die digitale Ausbildung. Der 13-jährige Jonas ist hochzufrieden:

"Schon als kleines Kind habe ich zuhause am PC gespielt. Hier an der Schule lerne ich aber viele anspruchsvolle Programme. Die Lehrer sind prima. Der Informatik-Unterricht bei uns ist wirklich Spitze."

Tatsächlich ist Tschechien noch vor Kanada und Australien klarer Spitzenreiter bei den Computerkenntnissen der Schüler. Eine internationale Schulleistungsstudie gibt dem EU-Land durchweg nur Traumnoten. Nirgendwo sonst sind die Schulen komfortabler ausgestattet und die Lehrer besser ausgebildet als in Tschechien. Schulinspektor Tomas Zatloukal ist stolz auf das Gütesiegel:

"Wir haben die Qualität des Informatikunterrichtes in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Die verbesserte Ausbildung der Lehrer und die Investitionen in die Ausstattung der Schulen zahlen sich jetzt aus."

Geld von der EU

Während in Deutschland die Prüfer vielen Lehrern deutliche Schwächen im Umgang mit der digitalen Technik bescheinigen und die veralteten Rechner monieren , bekommen die tschechischen Schulen nur positive Testresultate. Doch die hochmoderne Ausstattung ist nicht nur das Verdienst der tschechischen Regierung, weiß Informatiklehrer Zdenek Plasek:

"Seit 2010 wurden über 4000 Schulen bei uns mit modernster Technik ausgerüstet. Das meiste Geld kommt dafür von der Europäischen Union. Wir haben zum Beispiel gerade zehn funkelnagelneue Notebooks bezahlt bekommen. Die Situation wird also jedes Jahr besser und besser."

Brüssel wird nicht erwähnt

Doch auf politischer Ebene wird die großzügige Förderung aus Brüssel meist nur am Rande erwähnt. Viel Selbstlob dagegen von Bildungsminister Chladek auf seiner Pressekonferenz nach Bekanntgabe der Test-Ergebnisse:

"Wir sind besonders stolz, das wir viele asiatische Länder wie Südkorea hinter uns gelassen haben. Diese Region gilt ja als Zentrum der IT-Technologie. Dennoch sind wie die Nummer 1 und haben alle anderen Länder besiegt."

Keine Silbe dagegen über die meist mageren Ergebnisse des Landes bei anderen PISA-Studien. Anders als im Bereich Informatik liegt Tschechien in den Feldern Mathematik, Naturwissenschaft und Leseverständnis meist unter dem europäischen Durchschnitt.

Mehr zum Thema:

Schule - Vergleichstest in der Kritik
(Deutschlandradio Kultur, Ortszeit, 05.05.2014)

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