Verfassungsschutz-Chef: Nicht jede radikale Kunst ist extremistisch

    Portrait von Stephan Kramer, der seine Brille auf den Kopf gerückt hat und in die Kamera spricht
    Stephan Kramer, Verfassungsschutzpräsident von Thüringen. © picture alliance / dpa / Martin Schutt
    Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer sieht den Schutz der Kunstfreiheit als wichtigen Auftrag für sein Amt. In einem Gastbeitrag für die Zeitschrift "Politik & Kultur" schreibt er, nicht jede radikale oder provokative Äußerung oder Kunstform sei extremistisch. Das Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit, staatlicher Kulturförderung und Extremismusabwehr sei Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Zugleich dürfe der Staat nicht tatenlos bleiben, "wenn kulturelle Ausdrucksformen gezielt zur Verbreitung verfassungsfeindlicher Ideologien genutzt" würden. Relevant werde es erst, "wenn verfassungsfeindliche Zielsetzungen oder Gewaltlegitimation erkennbar" seien, so Kramer.