Verein Doping-Opfer-Hilfe: Doping-Testsystem ist ein Placebo

Ines Geipel, ehemalige Leistungssportlerin in der DDR, heute Schriftstellerin © Wikipedia: Tohma, GNU
20.08.2009
Die Sprecherin des Vereins Doping-Opfer-Hilfe und ehemalige DDR-Leichtathletin, Ines Geipel, kritisiert die Angriffe des Diskus-Goldmedaillengewinners Robert Harting auf DDR-Doping-Opfer.
Bisher habe es keinen Athleten gegeben, der derart aggressiv, "auch mit Morddrohungen", unterwegs gewesen sei, sagte Geipel. "Ich weiß gar nicht, ob das noch auf dem Boden des Grundgesetzes steht." Es sei ansonsten auffallend, wie still sich die Athleten zum Problem des Dopings verhalten würden, äußerte Geipel, zu DDR-Zeiten selbst Opfer des Doping-Systems.

Derzeit befinde man sich in einer neuen Ära des Dopings, in der die meisten Substanzen noch nicht nachweisbar seien, so Geipel vor dem Hintergrund der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin: "Insofern ist dieses Testsystem weltweit ein absolutes Placebo und im Grunde ein absoluter Betrug am Fan." Hinter den schönen, von den Medien vermittelten Glanzbildern aus den Stadien gebe es "maximalen Betrug".

Man müsse es endlich schaffen, ein neues, moderneres Modell von Sport in Szene zu setzen, forderte Geipel. Hier sei die Politik verantwortlich: "Unser Innenminister ist hier sehr, sehr still." Diesem Problem müssten sich aber auch die verschiedenen Sportverbände und letztlich die Athleten selber stellen.

Das Gespräch zum Thema mit Ines Geipel können Sie mindestens bis zum 20.2.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.