Vatikan will umstrittene Briefmarke zurückziehen

    Das Foto zeigt das Denkmal für die Entdeckungen am Ufer des Flusses Tejo in Lissabon. Darauf abgebildet sind u.a. Heinrich der Seefahrer, Vasco da Gama und viele andere koloniale Entdecker.
    Das Denkmal für die Entdeckungen (Padrão dos Descobrimentos) mit Heinrich dem Seefahrer, Vasco da Gama und vielen anderen Entdeckern am Ufer des Flusses Tejo in Lissabon. Es wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer durch das Salazar-Regime errichtet. © Getty Images / LightRocket / Wolfgang Kaehler
    Der Vatikan will seine umstrittene Briefmarke zum Weltjugendtag Anfang August in Lissabon zurückziehen. Das schrieb das Portal "Vatican News" am Donnerstagabend. Das von Künstler Stefano Morri entworfene Motiv hatte Kontroversen ausgelöst. Es zeigt Papst Franziskus auf dem sogenannten Denkmal der Entdeckungen in Portugals Hauptstadt. Statt des portugiesischen Eroberers und Seefahrers Heinrich steht auf der Briefmarke das katholische Kirchenoberhaupt am Fluss Tejo und zeigt in die Ferne. Hinter ihm sind Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten abgebildet. In der Beschreibung der Marke heißt es: "So wie das Denkmal Heinrich den Seefahrer zeigt, der die Mannschaft bei der Entdeckung der neuen Welt anleitet, zeigt die Briefmarke Papst Franziskus, der junge Menschen und die Kirche anleitet." Heinrich gilt als Begründer des portugiesischen Kolonialreichs. Die Aufarbeitung des Kolonialismus wird seit einigen Jahren in der portugiesischen Öffentlichkeit breit diskutiert.