USA: Musterprozess gegen mehrere Tech-Konzerne zu Social-Media-Sucht

Mit der Auswahl der Geschworenen beginnt in Los Angeles ein Zivilprozess gegen mehrere große US-Internetkonzerne. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Plattformen gezielt suchtfördernd für Kinder und Jugendliche zu gestalten. Betroffen sind Alphabet, Meta und Bytedance - die Unternehmen hinter den Plattformen Youtube, Instagram und Tiktok. Konkret wirft eine 19-Jährige den Betreibern vor, sie abhängig gemacht und dadurch schwere psychische Schäden bei ihr verursacht zu haben. Das Verfahren gilt als Musterprozess für zahlreiche weitere Klagen. Die Firmen weisen die Vorwürfe zurück. Die Forschungsergebnisse im Bereich Social-Media-Sucht sind noch nicht eindeutig, vor allem, was das Henne-Ei-Prinzip angeht. Eine Erhebung des Deutschen Gesundheitsbarometers mit mehr als 22.000 Teilnehmenden ab 18 Jahren zeigte allerdings, dass mehr als ein Viertel aller Befragten ein suchtartiges Nutzungsverhalten der sozialen Medien aufwies. Auch die aktuelle DAK-Mediensuchtstudie zeigt auf, dass Social-Media-Nutzung problematische Züge annehmen und die Gesundheit beeinträchtigen kann. Vor diesem Hintergrund wird in Deutschland über ein Verbot sozialer Medien für Jugendliche und Kinder debattiert. In Australien dürfen Unter-16-Jährige Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube oder auch Online-Spiele wie Roblox bereits nicht mehr nutzen. In Frankreich stimmte die Nationalversammlung gerade für einen Gesetzentwurf, der Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten soll.