US-Regierung lädt erneut "New York Times"-Journalist wegen Nordkorea-Berichts vor

    Das Logo der „New York Times“ ist an der Fassade des Gebäudes in New York City zu sehen.
    Das Gebäude der "New York Times" in New York © AFP / ANGELA WEISS
    Das US-Justizministerium hat erneut einen Journalisten der "New York Times" vorgeladen. Wie die Zeitung berichtete, wurde ein freier Mitarbeiter wegen eines 2025 veröffentlichten investigativen Berichts über eine misslungene US-Militäroperation in Nordkorea kontaktiert. Das Justizministerium forderte den Angaben zufolge neben einer Zeugenaussage des Journalisten vor der Staatsanwaltschaft in Virginia auch seine Unterlagen zu der Recherche an. Der Reporter hatte als Ko-Autor unter Berufung auf 24 anonyme Quellen detailliert beschrieben, wie Soldaten der US-Spezialeinheit Navy Seals Anfang 2019 bei einem Einsatz mehrere unbewaffnete Nordkoreaner töteten. Ein Sprecher der "New York Times" nannte die Vorladung einen weiteren "dreisten und illegalen" Übergriff der Regierung. Das Justizministerium erklärte hingegen, man werde alle rechtlichen Mittel nutzen, um diejenigen zu identifizieren, die "unrechtmäßig Informationen zur nationalen Verteidigung" preisgäben. Erst vor wenigen Wochen hatten Journalisten der Zeitung Vorladungen von der US-Justiz erhalten. Sie hatten über Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit einem neuen Präsidentenflugzeug berichtet. Nach Kritik von einem Bezirksrichter aus Manhattan zog die Regierung die Vorladungen jedoch zurück.