Uraltes Ritual: Winter beim "Dreckschweinfest" vertreiben

    Ein in weiß gekleideter Mann ist mit vielen bunten Accessoires behangen. Er hat eine langes Seil in der Hand, dass er wie eine Peitsche schwingt.
    Dreckschweinfest an der Wildbahn: Die "Läufer" symbolisieren den Sommer, © Matthias Bein / dpa / Matthias Bein
    In Sachsen-Anhalt ist im Mansfelder Land von Hunderten Besuchern symbolisch der Winter vertrieben worden. Am Pfingstmontag stießen sich abermals junge Männer, die als sogenannte "Dreckschweine" beim gleichnamigen Fest verkleidet und bemalt sind, in einer Kuhle am Waldrand von Hergisdorf gegenseitig in den Schlamm. Dort wurden sie von den sogenannten "Läufern" attackiert, indem diese mit langen Peitschen die "Dreckschweine" aus der Kuhle jagten. Die Läufer - ganz in weiß und mit vielen bunten Accessoires behangen - symbolisieren den Sommer, die schlammverkrusteten "Dreckschweine" den Winter. Der Brauch ist Teil der Pfingsttanz-Tradition und steht seit 2018 auf der deutschen Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes. Die früheste schriftliche Erwähnung des Dreckschweinfestes findet sich in einem Kirchenbucheintrag von 1620.