Seit 13:05 Uhr Länderreport
Montag, 02.08.2021
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Thema / Archiv | Beitrag vom 21.12.2006

Unrecht in Kinderheimen soll anerkannt werden

Journalist Peter Wensierski setzt sich für Heimkinder aus den 50ern und 60ern ein

Der Journalist Peter Wensierski hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Zustände in den bundesdeutschen geschlossenen Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren als Unrecht anerkannt werden.

Wensierski verwies am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur auf die Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestags in der vergangenen Woche. Es sei deutlich geworden, dass die Politiker über die Parteigrenzen hinweg "das Problem lösen wollen, so weit man es überhaupt noch lösen kann". Schließlich sei auch die Politik für die Gesetze zur Heimerziehung verantwortlich gewesen, so der Journalist, der ein Buch zu diesem Thema veröffentlich hat.

Wie Wensierski erläuterte, mussten viele Heimkinder in den 50er und 60er Jahren schwere körperliche Arbeit leisten, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder in eigens errichteten Fabrikhallen. "Diese Zeiten sind noch nicht mal für die Rente anerkannt worden, da wurde auch kein Lohn bezahlt. Es wäre ein kleines Zeichen der Wiedergutmachung, wenigstens diese Zeiten anzuerkennen, damit sich das in der Rente niederschlägt." Diese würde "auch nicht wahnsinnig viel kosten".

Hinsichtlich möglicher Entschädigungszahlungen zeigte sich Wensierski skeptisch. Bei Wiedergutmachung tue sich Deutschland sehr schwer. Das zeige sich auch am Beispiel der Opfer der Euthanasie oder derjenigen des DDR-Unrechts. Er verwies zugleich darauf, dass die Experten einig seien, dass in den Heimen in den 50er und 60er Jahren Unrecht geschehen sei.

Auch die Kirchen hätten auf sein Buch "Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik" positiv reagiert und sich bereit gezeigt, die Geschichte aufzuarbeiten und den Betroffenen zu helfen. "Ich denke, dass da die Politik nun endlich handeln kann."

Sie können das vollständige Gespräch für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur