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Alte Musik | Beitrag vom 10.02.2021

Universum JSB (25) - Johann Sebastian Bach und der PräfektenstreitHarsche Briefe gegen den Chef

Von Michael Maul

Detail des Bach-Denkmals in Eisenach: die Hand hält eine Feder zum Schreiben bereit. (IMAGO / NBL Bildarchiv)
Bach will sich nicht nehmen lassen, selbst zu bestimmen, wer die Gottesdienste musikalisch in seinem Namen leitet. (IMAGO / NBL Bildarchiv)

Nach glücklichen Jahren an der Thomasschule entbrennt ein Streit in harschen Briefen zwischen Bach und dem neuen Rektor, Johann August Ernesti: Wer darf einen neuen Gottesdienstleiter, einen Präfekten, ernennen? Bisher war es Bach. Nun will's der Neue.

Mit dem Amtsantritt des neuen Rektors Johann August Ernesti Ende des Jahres 1734 änderten sich die Kräfteverhältnisse an der Leipziger Thomasschule grundlegend. Der große Leidtragende war der Thomaskantor Johann Sebastian Bach. Sein Verhältnis zu dem 22 Jahre jüngeren Vorgesetzten hätte schlechter kaum sein können.

Präfektenstreit und andere Gehässigkeiten

Da Bach alles andere als ein Diplomat sowie überdies nicht Willens war, sich mit seinen Gegnern an einen Tisch zu setzen und Kompromisse auszuhandeln, isolierte er sich mehr und mehr – auch gegenüber seiner "wunderlichen Leipziger Obrigkeit", dem Leipziger Stadtrat.

Ob Bach oder Ernesti der Schuldige im berühmten "Präfektenstreit" war, und welche Folgen die permanente Auseinandersetzung und die herzhaft ausgetauschten Gehässigkeiten für Bach, seine Komponiermotivation und sein Umfeld hatten, erklärt der Bachforscher Michael Maul in seiner Sendereihe "Universum JSB".

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