Uni Freiburg gibt sterbliche Überreste von Menschen an Kamerun zurück

In der Kolonialzeit wurden tote Menschen nach Deutschland verschleppt - für rassistische Forschung. Die Universität Freiburg hat am Donnerstag die sterblichen Überreste von sechs Menschen offiziell an deren indigene Gemeinschaft in Kamerun zurückgegeben. In der Universitätskirche standen schlichte Holzsärge, vor denen sich Rektorin Kerstin Krieglstein verneigte. Sie sagte, die damalige Wissenschaft habe Menschen ihrer Würde beraubt und sie zu Forschungsobjekten gemacht. Krieglstein wörtlich: "Für dieses schwere Unrecht übernehme ich als Rektorin die Verantwortung." Vertreter der Indigenengemeinschaft der Maka und des Staates Kamerun sprachen von einem wichtigen Schritt der Versöhnung. Die sterblichen Überreste sollen bald zu einer Bestattung nach Kamerun zurückkehren.
Die sechs Menschen waren vor mehr als 100 Jahren in der damaligen deutschen Kolonie Kamerun getötet und dann für rassistische Forschung nach Deutschland gebracht worden. Anhand ihrer Knochen wollten Anthropologen die vermeintliche Überlegenheit von weißen Menschen belegen.