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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.04.2008

Ungebrochene Ausstrahlungskraft

Starke Persönlichkeiten überzeugen bei Tanz-Lust-Gala in Dresden

Von Elisabeth Nehring

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Die Semperoper in Dresden: Auch das Semper-Ballett präsentierte sich bei  der Tanzwoche. (AP)
Die Semperoper in Dresden: Auch das Semper-Ballett präsentierte sich bei der Tanzwoche. (AP)

Ein Höhepunkt der Tanz-Lust-Gala zum Abschluss der Internationalen Tanzwoche in Dresden war die Choreografie "Zeit - tanzen seit 1927" von Heike Hennig. Die ehemaligen, weit über 70-jährigen Ballett-Solisten der Aufführung begeisterten das Publikum mit großen Gesten und starker Präsenz.

Die 17. Internationale Tanzwoche Dresden, die am 19. April begann, ist am 29. April mit einer großen Gala im Dresdner Schauspielhaus zu Ende gegangen. Seit 2004 präsentiert die jährlich stattfindende Gala sächsisches Tanzschaffen - vom Semper Ballett und der Palucca-Schule Dresden über Staatsoperette und Musikalische Komödie sowie die Stadttheater Chemnitz, Plauen Zwickau und Görlitz bis hin zu freien Gruppen wie der shot AG, vobalko Dresden und Heike Hennig und Co. aus Leipzig.

Die Höhepunkte der diesjährigen Gala waren im breit gestreuten Programm unschwer auszumachen. Neben Präsentationen des Semper Balletts und der Palucca-Schule war es vor allem die Choreografin Heike Hennig, die mit Ausschnitten aus ihrem Stück "Zeit - tanzen seit 1927" das Publikum begeisterte, ja zum Teil heftig bewegte.

Heike Henning arbeitet mit den ehemaligen Ballett-Solisten Ursula Cain, Christa Franze und Sigfried Prößl, die heute alle weit über siebzig, ja zum Teil schon über achtzig sind. Mit simplen Schrittfolgen und einfachen Armgesten überzeugen die Ex-Tänzer vor allem durch ihre ungebrochene Ausstrahlungskraft und Präsenz.

Die großen Gesten sind ihren, zum Teil zerbrechlich wirkenden Körpern noch immer zu eigen. Dass sie als starke Persönlichkeiten über viele Jahre auf der Bühne standen, ist deutlich zu spüren.

Die Palucca-Schule überzeugte dagegen mit der Präsentation ihrer jungen Absolventen: Cindy Hammer im "Hexentanz" nach Mary Wigman und Johannes Schmidt in einer Choreografie David Dawsons ließen zu gleichen Teilen Handwerk, Ausstrahlung und Talent erkennen.

Ob es allerdings eine gute Idee ist, neben Tänzern dieses Niveaus auch die Jugendlichen des community-dance-Projektes "Chess fever" sowie das Ballett der Staatsoperette Dresden und der Musikalischen Komödie Leipzig auftreten zu lassen, bleibt fraglich. Zu hoch erscheint die Fallhöhe zwischen den einzelnen künstlerischen Ansprüchen und Niveaus.

Ein etwas kürzeres, etwas stringenter kuratiertes Gala-Programm wäre für den Abschluss der seit 17 Jahren erfolgreichen und interessant programmierten Tanzwoche eine gute Alternative.

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