Unesco erklärt palästinensisches Dorf Sebastia zu bedrohtem Welterbe

    Ein junger Mann geht am 12. Februar 2026 durch die alte, historische Moschee im Dorf Sebastia westlich der in der besetzten Westbank gelegenen Stadt Nablus.
    Das palästinensische Dorf Sebastia ist neues Weltkulturerbe. © AFP / ZAIN JAAFAR
    Das palästinensische Dorf Sebastia ist neues Weltkulturerbe. Das Unesco-Welterbe-Komitee stufte bei seiner Sitzung im südkoreanischen Busan den Ort auch als bedrohtes Welterbe ein. Sebastia, das biblische Samaria, liegt im Westjordanland und ist seit Jahrtausenden besiedelt. Die Unesco traf die Entscheidung im Eilverfahren. Dieses wird angewendet, wenn eine Stätte durch Naturereignisse, Kriege oder Konflikte bedroht ist. Der Hintergrund: Israels Behörden haben Enteignungen angekündigt. Sie führen Vernachlässigung, Plünderung und mangelnden Schutz jüdischen biblischen Erbes ins Feld. Für die rechtsgerichtete israelische Regierung ist der Ort vor allem mit der biblischen Stadt Samaria verbunden. Den Anspruch der Palästinenser auf das kulturelle Erbe von Sebastia lehnt sie nicht nur ab, sondern will die archäologische Stätte nach ihren Vorstellungen umgestalten. Das Unesco-Eilverfahren für Sebastia hatte die israelische Regierung im Vorfeld kritisiert. Die Unesco hatte bereits die mittelalterlichen Burgen in der Region Mount Amel im Libanon ebenfalls im Eilverfahren in beide Listen aufgenommen.