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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.03.2018

UN-Studie zur WasserwirtschaftDie globalen Folgen von Dürre und Überschwemmungen

Stefan Uhlenbrook im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

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Das ausgetrocknete Bett des Flusses Tejo in der Provinz Guadalajara, Spanien, am 16. Dezember 2017. (imago/Manu Reino)
Das ausgetrocknete Flussbett des Tejo in der Provinz Guadalajara Spanien (imago/Manu Reino)

Fünf Milliarden Menschen sind bis 2050 weltweit von Wasserknappheit betroffen. Mehr Geld müsse in die Entwicklung effektiver Speichermethoden investiert werden, sagt Wasserwirtschaftsexperte Stefan Uhlenbrook. Auch Überschwemmungen hätten dramatische Folgen weit über das betroffene Land hinaus.

Was haben Überschwemmungen in Bangkok mit einem Produktionsstopp der Japanischen Autoindustrie zu tun? Sehr viel. Denn in Bangkok werden die meisten Festplatten weltweit hergestellt – und unter anderen Autoherstellern in Japan geliefert.  Die Überschwemmungen 2012 brachten die Festplattenproduktion zum Erliegen und torpedierten damit auch die Produktionspläne der Automobilindustrie, die die Hardware dringend benötigten.

Es ist nur ein Beispiel von vielen, das belegt, wie stark Überschwemmungen oder auch dramatische Wasserknappheit nicht nur regionale, sondern globale Folgen haben.

Bewohner der indonesischen Hauptstadt Jakarta waten durch eine überschwemmte Straße. (EPA/Jurnasyanto Sukarno)Überschwemmungen haben globale Folgen für die Wirtschaft. (EPA/Jurnasyanto Sukarno)

Nur ein Teil des Problems ist dem Klimawandel geschuldet

Laut einer aktuellen UN-Studie beispielsweise bedroht Wassermangel mehr als fünf Milliarden Menschen – das sind zwei Drittel der Erdbevölkerung.

Nur ein Teil dieser Wasserknappheit, die zu Dürren und Hungersnöten führt, sei dem Klimawandels geschuldet, sagt der Wasserwirtschaftsexperte Stefan Uhlenbrook. Uhlenbrook ist Koordinator des World Water Assessment-Programms der Unesco.

Mehr Geld investieren

Weltweit 70 Prozent des Wasserverbrauchs gehe auf das Konto der Landwirtschaft (in Deutschland: 30 Prozent). Es sei jedoch schwierig, bestimmten Ländern "den Schwarzen Peter dafür zuzuschieben".

Dringend müsse im Kampf gegen das schwindende Nass mehr Geld investiert werden, beispielsweise in die Entwicklung effektiver Speichermöglichkeiten. "Wenn wir die Nachhaltigkeitsziele in 2030 erreichen möchten, müssen wir – das sagen uns die neuesten Investitionsbank-Daten – unser Investitionsvolumen verdreifachen."

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