Mittwoch, 26.02.2020
 

Studio 9 | Beitrag vom 13.12.2019

UN-Klimakonferenz in MadridLeere Worte statt konkrete Taten

Ein Kommentar von Georg Ehring

Beitrag hören Podcast abonnieren
Junge Klimaaktivisten, zum Teil mit hochgestreckten Händen, auf der UN-Klimakonferenz in Madrid. Im Hintergrund ist der Hashtag "TimeForAction, IS NOW" zu sehen. (AFP / Christina Quicler)
Das Klima kann nicht mehr warten, ein Kurswechsel drängt: Demonstranten bei der Klimakonferenz im Madrid. (AFP / Christina Quicler)

Das Klima kippt auf die Katastrophe zu, also muss die Welt etwas tun. Genau das fordert auch die Jugend, die Wissenschaft forscht nach Lösungen und die Politik berät. Doch beim Klimagipfel liefert sie nicht, was nötig wäre, kritisiert Georg Ehring.

Den Schuss kann man doch gar nicht überhören. Der Meeresspiegel steigt immer schneller. Schon bei zwei bis drei Grad Erwärmung kann das Eis auf Grönland unaufhaltsam abschmelzen. Um die Klimakatastrophe zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen nicht nur aufhören zu steigen. Er muss um gut siebeneinhalb Prozent sinken – Jahr für Jahr und weltweit. Damit das klappt, müssen wir ein bisschen von unserem Wohlstand abgeben und dürfen nicht mehr so häufig ins Flugzeug steigen. Doch gelingt das nicht, dann drohen Hitzewellen, die können in den verschiedenen Kornkammern des Nordens gleichzeitig die Ernte ruinieren, das Essen wird knapp.

Ein Zeichen von der Klimakonferenz

Weltweit streiken die Schüler, sie haben Angst um ihre Zukunft. Völlig zu Recht. Das Schlimmste ist nicht die Untätigkeit, sagt Greta Thunberg. Das Schlimmste ist, wenn Regierungen und Unternehmen so tun, als ob sie das Klima schützen, während alles so weiter geht wie bisher.

Die Klimakonferenz in Madrid könnte ein Zeichen setzen. Okay, höhere Klimaziele stehen dieses Mal nicht auf der Tagesordnung, aber die Delegierten könnten zumindest mit drastischen Worten fordern, dass die Regierenden weltweit das Steuer herumreißen.

Stattdessen verhaken sie sich in einem Streit über die Frage, ob reiche Industrieländer Klimaschutz auch in ärmere Länder auslagern können, weil es dort billiger wäre. Und es ist noch nicht einmal abzusehen, dass sie sich wenigstens in dieser Frage einigen. Nein, sie haben den Schuss wirklich nicht gehört. Es ist unglaublich.

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur