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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 15.05.2015

Ulrike OttingerWas haben Sie auf den Spuren Chamissos erlebt?

Moderation: Katrin Heise

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Die Fotografin und Filmemacherin Ulrike Ottinger (dpa / picture alliance / Julian Stratenschulte)
Die Fotografin und Filmemacherin Ulrike Ottinger (dpa / picture alliance / Julian Stratenschulte)

Russland und die USA sind im äußersten Norden nur durch eine 82 Kilometer breite Meerenge getrennt: die Beringstraße. Dort war die Künstlerin Ulrike Ottinger auf den Spuren des Weltreisenden Adelbert von Chamisso unterwegs. Was hat sie dort entdeckt?

Kamtschatka im äußersten Nordosten und Alaska im äußersten Nordwesten unserer Weltkarte sind nur durch die Beringstraße getrennt. Dort war die Künstlerin Ulrike Ottinger im vergangenen Jahr unterwegs, auf den Spuren eines Weltreisenden des 19. Jahrhunderts: Adelbert von Chamisso. Sie hat dort Sprachen wie tschukschisch oder aleutisch gehört. Und sie hat die Gesänge, schamanischen Rituale und traditionellen Bräuche der Bewohner dieser kargen und zugleich atemberaubend schönen Landstriche kennengelernt. Allerdings sei Alaska sehr viel bekannter als ein Land wie Tschukotka, das so gut wie niemand kenne. "Und es ist auch sehr einsam, und es gibt so gut wie keine Straßen dort", sagt Ulrike Ottinger. "Man ist wirklich in der Wildnis und muss gucken, wie man vorankommt."

Film und Ausstellung über die Reise

Aus dem gesammelten Material entstehen gerade ein Film und eine Ausstellung. Vielleicht werden es bald Zeugnisse einer versunkenen Welt sein, wenn demnächst in der Arktis nach Öl gebohrt wird. Bei Ulrike Ottinger verbinden sich schon immer Kunst, Ethnologie und gesellschaftspolitisches Interesse. Sie wählte im Berlin der 70er-Jahre Industriebrachen als Schauplätze ihrer Filme und beschäftigte sich mit dem Leben von Außenseitern. Sie bereiste Asien und drehte vor der Kulisse der Mongolei, der Taiga Chinas oder einer japanischen Schneelandschaft.

Während der Nazizeit, 1942, von einer jüdischen Mutter geboren, wuchs sie in Konstanz am Bodensee in einem Elternhaus auf, wo Künstler ein- und ausgingen, viele davon mit einer Emigrationsgeschichte. Die Begegnung mit dem vielgereisten Fritz Mühlenweg, der den damaligen Jugendbestseller "In geheimer Mission durch die Wüste Gobi" schrieb, hat sie besonders geprägt.

Was fand sie auf den Spuren Chamissos an der Tschukschensee? Woher kommt ihre besondere Faszination für asiatische Kulturen und Landschaften? Wie verbindet sie als Künstlerin Dokumentation und Fiktion, Fantasie und Fakten? Auch dazu hat Ulrike Ottinger in der Sendung "Im Gespräch" Antworten gefunden.

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