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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 29.03.2019

Übersetzerin Eva Ruth Wemme"Rumänisch klingt sehr komisch"

Moderation: Jörg Plath

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Leipziger Buchmesse, März 2019: Im Bild ist die Preisträgerin in der Kategorie beste Übersetzung Eva Ruth Wemme. (imago / Christian Spicker)
Leipziger Buchmesse, März 2019: Im Bild ist die Preisträgerin in der Kategorie beste Übersetzung Eva Ruth Wemme. (imago / Christian Spicker)

Eva Ruth Wemme hat den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 in der Kategorie Übersetzung erhalten. Ihre ausgezeichnete Übersetzung von Gabriela Adamesteanus Opus magnum "Verlorener Morgen" lässt eine verarmte ältere Schneiderin über Rumänien im 20. Jahrhundert ätzen und giften.

Die Jury hatte ihre Entscheidung wie folgt begründet:

"Gabriela Adameşteanus 'Verlorener Morgen' bringt Eva Ruth Wemmes schöpferisches Talent erneut zum Vorschein. Denn zu den Zeitebenen, die hier aufeinanderprallen, kommen die Sprachebenen. Was die verarmte und in der Ehe mit einem Faulpelz vereinsamte Schneiderin Vica Delca, eine Frau von 70 Jahren, erst auf dem Weg zu ihrer Schwägerin und dann zur etwas bessergestellten Tochter ihrer früheren Arbeitgeberin an einem einzigen langen Bukarester Wintertag so alles denkt und erinnert, reicht von saftigen Flüchen bis zum Sprachunfall in schiefen Sätzen. Eva Ruth Wemme hat dieses charmante Ätzen und Giften in ein überzeugendes Deutsch gebracht."

Im Gespräch berichtet Eva Ruth Wemme auch von ihrer Arbeit mit rumänischen Migrantinnen und Migranten in Berlin, die sie seit 2011 als Dolmetscherin und Beraterin begleitet. Sie publizierte in diesem Zusammenhang 2015 die Dokumentation "Meine 7000 Nachbarn" im Berliner Verbrecherverlag. Darin zeichnet sie Schicksale auf und gibt einen Einblick in den Grad der Diskriminierung von Roma in Deutschland.

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