Über 70 Millionen Kundendaten geklaut

Ein Controller von Sonys Spielekonsole Playstation © dpa
Von Jörg Schieb · 28.04.2011
Bei einem Hackerangriff sind nach Angaben des Elektronikkonzerns Sony die Daten von über 70 Millionen Nutzern gestohlen worden. Die Hacker haben sich sensible Daten wie Passwörter und E-Mail-Adressen angeeignet, womöglich auch Kreditkartendaten.
Sony hat sich über eine Woche Zeit gelassen, bis es nach dem Hackangriff betroffene Kunden informiert und über das wahre Ausmaß ins Bild gesetzt hat. Viel zu lange, denn das ist Zeit, in der Hacker möglicherweise völlig ungehindert die über 75 Millionen Datensätze nutzen und missbrauchen können.

Dabei geht es gar nicht nur um die möglicherweise entwendeten Kreditkartendaten. Schlimmer für die User ist, dass persönliche Daten im großen Stil entwendet wurden: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Passwort, sogar die Sicherheitsabfrage für vergessene Passwörter samt Antwort.

Besonders heikel, da viele Menschen in allen Onlinediensten dasselbe Passwort verwenden. Darum sollten betroffene User unbedingt ihr Passwort ändern, zumindest für den E-Mail-Briefkasten.

Sony droht nicht nur ein Imageverlust, es drohen möglicherweise auch Schadenersatzforderungen der Kunden. Das Vertrauen schwindet durch solche Pannen aber auch ganz allgemein: Wenn selbst Weltkonzerne "einfach so" gehackt werden können, so die leicht nachvollziehbare Logik vieler User, was ist dann mit den kleinen Onlineshops? Eine daher häufig gestellt Frage in vielen Foren: "Wem kann ich noch trauen?"

Wirklich darauf verlassen, dass einem Unternehmen oder Onlinedienst anvertraute Daten auch sicher sind, kann man sich eben nie. Deshalb ist es wichtig, sich selbst zu schützen. Dazu gehört: nicht überall dasselbe Passwort verwenden. Das gilt insbesondere für das E-Mail-Postfach. Zumindest hier sollte man ein anderes Passwort wählen, damit Hacker nicht einfach so die Identität übernehmen können.

Ein Einbruch in Datenbanken wird sich niemals hundertprozentig verhindern lassen. Fachleute fordern, dass Onlinedienste und Shopbetreiber verpflichtet sein sollten, in solchen Fällen innerhalb kürzester Zeit alle Kunden zu informieren.


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