Seit 13:05 Uhr Länderreport

Dienstag, 20.11.2018
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.01.2012

Ude kritisiert Seehofers Pläne für neuen Konzertsaal in München

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude warnt vor Kostenexplosion und sieht keinen Bedarf

Podcast abonnieren
Christian Ude, Oberbürgermeister von München, hält nichts von Seehofers Plänen. (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Christian Ude, Oberbürgermeister von München, hält nichts von Seehofers Plänen. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude hat die Zusage von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU ), in München einen neuen Konzertsaal zu bauen, scharf kritisiert. Der Bedarf sei angesichts von vier bereits existierenden Konzertsälen in München sehr umstritten.

Es biete sich eher an, die Akustik im Saal des Gasteigs mit 2200 Plätzen zu verbessern, sagte der Spitzenkandidat der SPD für die bayerischen Landtagswahlen 2013. Er warnte davor, dass zu den Investitionskosten von mehr als 200 Millionen Euro und den jährlichen Betriebskosten für einen neuen Saal auch die Kosten für die Defizite der existierenden Aufführungsorte hinzukämen, wenn ihnen die interessantesten Konzerte genommen würden.

"Kein Mensch weiß, wie im Kongresssaal die Akustik sein wird", sagte Ude über den geplanten Standort auf der Museumsinsel. "Die Akustiker versprechen vorher immer ein Weltwunder und finden hinterher Begründungen, warum es doch nichts geworden ist." Der Oberbürgermeister warf der bayerischen Regierung vor, sie verspreche schon seit acht Jahren einen neuen Konzertsaal in München. Sie habe sogar schon einmal einen Verein gegründet, der die Verwandlung des Theaters im Marstall mit der "angeblich besten Akustik der Welt" geplant habe. "Ein paar Monate später musste man das fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, weil die Akustiker gesagt haben, da geht's ja schon überhaupt nicht", so Ude.

"Natürlich gibt es in ganz Bayern, übrigens auch in der CSU und gerade dort, heftigen Widerstand aus Franken, aus Niederbayern, aus der Oberpfalz", sagte der SPD-Politiker. Er könne das verstehen, denn ein fünfter Konzertsaal in München sei nicht so dringlich, wie vieles andere, was in Bayern von der Staatsregierung seit Jahrzehnten nicht verwirklicht werde. Ude verwies auch auf die Erfahrungen mit dem umstrittenen Bauprojekt der Elbphilharmonie in Hamburg: "Zunächst einmal haben die Hamburger der Welt bewiesen, dass ein Konzertsaal ... eine Kostenexplosion auslöst und viele Jahre mehr benötigt, als angekündigt wird."

Das vollständige Gespräch mit Christian Ude können Sie bis zum 12. Juni 2012 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDie blutige Spur des Wolfs
Ein Kind berührt in einem Museum einen ausgestopften Wolf (imago stock&people)

Den Wolf und seine Rolle im Straßenverkehr diskutiert endlich auch das Feuilleton. Denn das Tier zog seine blutige Spur lange genug nur durch die Lokalspalten. Die "taz" interpretiert nun literaturkundig: Was früher der böse Wolf mit Rotkäppchen tat, macht heute das Auto.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

Folge 8"Siegreich" und "schiffbrüchig"
Porträt der Kulturmanagerin Adolphe Binder. (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)

Was steckt hinter der Theaterkrise in Wuppertal und den Vorwürfen gegen Jan Fabre? Warum sind die Arbeiten des Regisseurs Jürgen Gosch so unvergesslich? Im September-Theaterpodcast schauen wir auf "siegreiche" und "schiffbrüchige" Theatermacher.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur