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Interview | Beitrag vom 04.12.2020

U-Bahn U5 in Berlin"Architektonische Wunderstrecke" unter der Erde

Thomas Krüger im Gespräch mit Dieter Kassel

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Ein Blick in den Tunnel indem die U5 ihren Weg nehmen wird.  (Antonio Reetz-Graudenz)
Die Gleise sind verlegt, die neue U-Bahn nimmt Fahrt auf. (Antonio Reetz-Graudenz)

Mitten im Berliner Regierungsviertel geht die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 in Betrieb. Der Architekturvermittler Thomas Krüger ist begeistert: von drei neuen Bahnhöfen und einem Sternenhimmel.

Sie führt mitten durchs Regierungsviertel: Nach rund zehn Jahren Bauzeit wird in Berlin die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 in Betrieb genommen. Die insgesamt 2,2 Kilometer lange Strecke schließt eine Lücke im U-Bahn-Netz der Hauptstadt zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor. Kostenpunkt: über eine halbe Milliarde Euro.

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Neben den beiden Tunnelröhren wurden auch die Bahnhöfe Rotes Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden gebaut. An der Museumsinsel fahren die Züge bis zum nächsten Sommer allerdings noch durch. Der Bahnhof ist noch nicht ganz fertig, wird künftig aber mit einem "Sternenhimmel" aus über 6600 Lichtpunkten für Kurzweile bei den Fahrgästen sorgen.

Auf diesen Sternenhimmel freut sich der Architekt und Architekturvermittler Thomas Krüger besonders. Er spricht mit Blick auf die neuen Bahnhöfe von einer "architektonischen Wunderstrecke". Für jeden Bahnhof habe es einen eigenen Wettbewerb gegeben, berichtet er. Und das hat sich offenbar gelohnt.

Billig und zweckmäßig bauen ist langweilig

Krüger schwärmt auch von anderen U-Bahn-Höfen in der Hauptstadt, speziell von der Berliner Praxis, die Höfe architektonisch in ihre jeweilige Umgebung einzubinden. Für ihn gibt es "viele gute Gründe" für schöne U-Bahn-Höfe. Das Verweilen auf solchen hebe einfach die Stimmung, betont er. Wenn man städtebaulich immer nur billige und zweckmäßige Lösungen favorisieren würde, wäre "das Leben trist und langweilig".

Dementsprechend sieht er die halbe Milliarde Euro gut angelegt. Über die neuen Bahnhöfe sind nun zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Arbeitsplätze im Regierungsviertel zu erreichen. Mit dem Lückenschluss im Netz endet auch die Geschichte der U-Bahn-Linie U55. Auf der "Kanzlerlinie" fuhren seit 2009 Züge auf der kurzen Strecke zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof hin und her. Nun ist U55 Teil von U5.

(ahe)

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