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Typisch deutsch? | Beitrag vom 05.07.2018

Typisch deutsch: Bedienstete Putzen und wieder gehen

Von Matthias Baxmann

Eine Reinigungskraft vom Online-Reinigungsdienst Homejoy putzt am 04.11.2014 in einer Wohnung in Berlin. (dpa/Jens Kalaene)
Auch für das Fensterputzen holen sich einige Familien eine Reinigungskraft ins Haus (dpa/Jens Kalaene)

In Deutschland sind Putzkräfte eher ein Einmal-die-Woche-Phänomen, anderswo gehören sie zur Familie und leben mit im Haus, beobachten die Auslandskorrespondenten: "Die Deutschen lieben ihre Privatsphäre viel zu sehr."

Oliver Towfigh Nia aus dem Iran:

"Die Deutschen achten wahnsinnig auf ihre Putzfrau. Es wird ja hier auch in Naturalien bezahlt, nicht nur Geld, man gibt dann auch noch Kuchen mit, man gibt noch Fisch mit. Es ist sehr wichtig, sie bei Laune zu halten, zur Not noch mal einen 20er dazu stecken. Die Putzfrau ist hier so ein Einmal-die-Woche-Phänomen. Die putzt und dann geht sie wieder. Im Iran ist das anders, da haben wir richtige Bedienstete, die auch zum Teil in den Familien leben."

Fatima Lacerda aus Brasilien:

"Die Deutschen lieben viel zu sehr ihre Privatsphäre, als dass sie jemand Fremdes bei sich zu Hause wohnen ließen. Die kommt früh und dann geht sie wieder. Das ist aber hier auch eine Geldfrage. In Brasilien haben sehr viele Familien ein Hausmädchen, und man gibt schon früh sehr viel Verantwortung ab. Zum Beispiel bringt es die Kinder morgens zur Schule. Es gehört einfach zum Konstrukt der Familie dazu."

Deborah Cole aus den USA:

"Hier wird eine Putzhilfe eher legal beschäftigt. In den USA ist es mehr Schwarzarbeit. Es gibt ja hier auch so Au-pair-Madchen. So etwas können sich bei uns in den Städten nur die sehr Reichen leisten, die ein extra Zimmer für diese Mädchen in ihrer Wohnung zur Verfügung stellen können."

(Holiday Verlag)"Typisch deutsch?" von M. Baxmann und M. Eckholdt (Holiday Verlag)Unsere Serie "Typisch deutsch" wird an jedem Donnerstag um 17.50 Uhr in der Sendung "Studio 9" ausgestrahlt. Die Autoren Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt haben Korrespondenten aus rund 30 Ländern zu ihren Erfahrungen befragt. Dazu ist auch das Buch "Typisch deutsch" im Holiday Verlag erschienen. Sie erreichen uns unter: 
typisch.deutsch@deutschlandfunkkultur.de

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