Seit 07:00 Uhr Nachrichten

Dienstag, 16.07.2019
 
Seit 07:00 Uhr Nachrichten

Studio 9 | Beitrag vom 22.06.2016

TV-Debatte in der Wembley-ArenaLast Battle of Brexit

Von Gerwald Herter

Podcast abonnieren
Teilnehmer der Diskussion zum EU-Referendum in der Londoner Wembley Arena (AFP)
Teilnehmer der Diskussion zum EU-Referendum in der Londoner Wembley Arena (AFP)

46,5 Millionen Briten haben sich registrieren lassen für das EU-Referendum – so viele wie nie zuvor für eine Abstimmung in Großbritannien. Gestern Abend fand in der Wembley-Arena die letzte und größte Fernsehdebatte statt: Lebhaft war es, aber neue Argumente gab es für das Publikum nicht.

Es war die letzte und die größte Fernsehdebatte vor dem Referendum. Ein Millionenpublikum bei der BBC, und 6.000 Zuschauer vor Ort in der Wembley-Arena, einer Halle gleich neben dem berühmten Wembley-Stadion. Stadionstimmung und Spektakel aber gab es auch hier. Vor allem wenn der Volkstribun dran war, Boris Johnson, konservativer Politiker, bis vor kurzem Bürgermeister von London, und jetzt Frontmann des Brexit-Lagers.

Mit einer ganz klaren Botschaft: Lasst uns da rausgehen, aus der EU, dann geht es uns besser. Stimmt für den Austritt, und lasst uns die Kontrolle zurückholen.

Kontrolle über das Geld, das nach Brüssel geht, Kontrolle über die Grenzen, über die die EU-Einwanderer kommen, Kontrolle über Handel, Politik und die eigenen Gesetze: Das ist seit Monaten das Mantra der Austrittsbefürworter.

Austausch bekannter Argumente

Ein Slogan sei noch kein Plan, entgegnet Boris Johnsons Nachfolger als Bürgermeister von London, Sadique Khan, von Labour. Das Land profitiere vom gemeinsamen Markt , sagt Khan, von der Zusammenarbeit mit den Nachbarn, und es profitiere auch von den Zuwanderern, die mehr in die Sozialkassen einzahlten als sie daraus erhielten.

Kontrolle erhalte man nicht dadurch, dass man die EU verlasse, fügt Ruth Davidson hinzu, die Chefin der schottischen Konservativen, sie will in der EU bleiben. Man verliere Kontrolle, weil man nicht mehr mit am Tisch sitze, sagt Davidson.

Das stimmt ja so nicht, erwidert Andrea Leadson, Energieministerin im Kabinett Cameron, ebenfalls eine Konservative.  "Wenn wir am Donnerstag für Austritt stimmen und die Kontrolle zurückgewinnen, dann haben wir pro Jahr 10 Milliarden Euro für das, was uns wichtig ist", sagt Leadson.

Endspurt unter Brexit-Gegnern und Befürwortern

Lebhaft war es, aber neue Argumente gab es für das Publikum nicht. Heute werden beide Seiten noch einmal alles geben.

Zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land sind geplant, David Cameron, der Premierminister, Jeremy Corbyn, der Labour-Chef, Brexit-Anführer Boris Johnson – sie alle sind unterwegs.

46,5 Millionen Briten haben sich registrieren lassen für das EU-Referendum – so viele wie nie zuvor für eine Abstimmung in Großbritannien. Die Umfragen sagen weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus.

Mehr zum Thema

Dossier: Brexit

Bleiben oder gehen? Das sagen britische Unternehmer

Briten in Brüssel Sorgen über Brexit-Konsequenzen

Hochschulen Brexit würde akademischen Austausch erschweren

Bleiben oder gehen? Das Erklärwerk zum Brexit

Vor dem Brexit-Referendum "Herzzerreißende Trauer und starke Solidarität"

Interview

50 Jahre MondlandungWas der Mensch im All sucht
Ein NASA-Handout-Foto vom 20. Juli 1969 zeigt den Apollo-11-Astronauten Edwin 'Buzz' Aldrin, der auf der Mondoberfläche neben US-Flagge steht. (dpa / EPA / NASA / Neil Armstrong)

In wenigen Tagen jährt sich die Mondlandung zum 50. Mal. Was wollte der Mensch dort oben? Er wollte zeigen, dass es einen Weg gibt, wenn es den entsprechenden Willen gibt, meint der Philosoph Walther Zimmerli.Mehr

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur