Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
Samstag, 16.01.2021
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.12.2015

Turner-PreisAuszeichnung für Architektur-Kollektiv

Gabi Wuttke im Gespräch mit Carsten Probst

Podcast abonnieren
Die Mitglieder des Londoner Architektur-Kollektivs "Assemble" nach der Verleihung des Turner Preises in Glasgow. (dpa / GLASGOW LIFE PRESS OFFICE HO)
Die Mitglieder des Londoner Architektur-Kollektivs "Assemble" nach der Verleihung des Turner Preises in Glasgow. (dpa / GLASGOW LIFE PRESS OFFICE HO)

Der wichtigste britische Preis für moderne Kunst, der Turner-Preis, geht in diesem Jahr an die Architektengruppe "Assemble" aus London. Sie erhielten den Preis für ein Renovierungsprojekt in dem Stadtteil Granby Four Streets in Liverpool, das mit Bewohnern umgesetzt wurde.

Die britische Gruppe "Assemble" besteht aus 18 jungen Architekten, Designern und Künstlern. Sie erhält den Preis unter anderem für ihr Renovierungsprojekt „Granby Four Streets. Dort arbeitet das Kollektiv eng mit den Bewohnern zusammen.

Bei dem Projekt geht es um die Renovierung von Reihenhäusern eines traditionellen Arbeiterviertels in Liverpool - oder wie das Kollektiv selbst sagt, es geht darum, die Kontrolle über das Leben in dem Viertel zurückzugewinnen und es nicht dem Verfall preiszugeben. In der Begründung der Jury heißt es, Assemble seien Teil einer langen Tradition von Künstlerarbeit in der Gesellschaft.

Unser Kunstkritiker Carsten Probst urteilt,  das seien klassische Interventionen. Außerdem sei es auch Teil einer Strategie der modernen Kunst, sich bestimmte Orte anzueignen und umzuwidmen.

Kritik im Vorfeld

Lange vor der Verleihung gab es schon reichlich Kritik an der Entscheidung, Assemble überhaupt zu nominieren. Das sei gar keine Kunst, wurse moniert. Carsten Probst meint, dass allein durch diese Diskussion dem Turner-Preis wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Nebeb "Assemble" gab es weitere drei Nominierte: Die Londoner Künstlerin Bonnie Camplin stand mit ihrem Werk "The Military Industrial Complex" auf der Liste. Janice Kerbel war für ihre Performance "DOUG" nominiert. Und die in London lebende deutsche Künstlerin Nicole Wermers wurde vorgeschlagen für ihre Ausstellung "Infrastruktur".

Der Turner-Preis gilt als wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Er ist mit 25.000 Pfund, also umgerechnet mehr als 35.000 Euro dotiert, und wird seit 1984 an Künstlerinnen und Künstler unter 50 Jahren vergeben, die aus Großbritannien stammen oder dort arbeiten.

Mehr zum Thema

Bauhaus-Tradition für soziales Wohnen - Es fehlt mutige Stadtpolitik
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 30.11.2015)

Nicole Wermers - Deutsche Künstlerin im Rennen um den Turner-Preis
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 01.10.2015)

Turner-Preis - Die Sprache einer neuen Künstlergeneration
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 29.09.2014)

30. Turner-Preis - Auszeichnungen für Schwieriges und Unpopuläres
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 29.09.2014)

Elizabeth Price erhält den Turner Prize 2012
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 04.12.2012)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsEin pessimistischer Blick auf Sex
Zwei zusammengewachsene Möhren. (imago images / Bildgehege)

Der Philosoph Slavoj Žižek schreibt in der "SZ" über Sex. Erotisch ist daran nichts. Sein Text bleibt eher trostlos: Es sei ein "stupider Akt", würden Aliens Menschen dabei beobachten, würden sie es als etwas "sehr Dummes" auffassen.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur