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Thema / Archiv | Beitrag vom 23.09.2010

Tummelbecken der Sarrazin-Fans

Internetplattform "Politically Incorrect" mobilisiert gegen Muslime

Von Dorothea Jung

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders wird von den PI-Anhängern bewundert und umworben. (AP)
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders wird von den PI-Anhängern bewundert und umworben. (AP)

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder darüber spekuliert, dass es eine Partei-Neugründung am rechten Rand geben könnte. Genau daran arbeitet das Blog "Politically Incorrect" - kurz PI. Das Leitmedium der Islamhasser wird betrieben von Stefan Herre aus Bergisch Gladbach.

Stefan Herre kann mit Applaus rechnen, wenn er auf Kundgebungen als selbst ernannter Verteidiger der Freiheit gegen die angebliche Islamisierung Europas spricht. Der 45-Jährige tritt selbstbewusst auf und äußert sich jederzeit offen islamfeindlich. Zum Beispiel in einem WDR-Fernsehbeitrag:

"Für mich ist der Islam keine Religion, sondern eine Gewalt-Ideologie und dementsprechend muss man ihn auch behandeln und nicht unter dem Etikett der Religion."

Die Webseite "Politically Incorrect" gibt vor, über Themen zu sprechen, die von den etablierten Medien entweder gar nicht oder nur zensiert aufgegriffen werden. Diese Medien sieht PI in den Händen von Gutmenschen, die zu dumm sind, um zu merken, dass sie ferngesteuert sind. Ein Zitat aus den PI-Leitlinien:

"Die Prinzipien islamischen Denkens beeinflussen nicht nur das Denken und Fühlen von uns Bürgern, sondern – sogar noch ausgeprägter – die Medien und die Politik."

Die PI-Autoren setzen den Kampf zur Verhinderung von Moschee-Vorhaben mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus gleich. Das Schlagwort "Nie wieder" wird benutzt, um vor der muslimischen Unterwanderung zu warnen. Bei der Internet-Community geht die feindliche Saat auf: PI-User scheuen sich nicht, Muslimen auch offen zu drohen. Ein Beispiel:

"Die Messer werden weiter gewetzt! Wir haben erst begonnen!""

Neben dem islambezogenen Feindbild findet man auf der PI-Seite auch klassische rechtsextreme Ressentiments über Migrantengewalt, minderwertige Kulturen oder Muslime, die sich wie - Zitat - "Karnickel" vermehren und damit einen "Geburten-Djihad" einleiten.

In mehreren deutschen Städten haben sich PI-User zu Gruppen zusammengeschlossen. Sie verabreden Aktionen und protestieren häufig an der Seite von rechtspopulistischen Bürgerbewegungen wie "Pax Europa" und "Pro Deutschland".

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