Türkische Probleme, deutsche Realität: Ilker Cataks Berlinale-Film

Die 76. Filmfestspiele in Berlin werden heute Abend eröffnet. Regisseur Wim Wenders leitet in diesem Jahr die Jury. Der deutsche Film ist mit 80 von insgesamt 276 Produktionen vertreten. Im Wettbewerb dabei ist auch Ilker Catak mit seinem neuen Film "Gelbe Briefe". Darin geht es um ein türkisches Künstlerehepaar, das unter politischen Druck gerät und seine Arbeitsmöglichkeiten in der Türkei verliert. Mit einem besonderen dramturgischen Kniff möchte der Regisseur zeigen, dass diese Repression Folgen über die Türkei hinaus hat. Deswegen werden im Film Orte getauscht: Aus Ankara wird Berlin und aus Istanbul Hamburg, sagte Catak hier im Deutschlandfunk Kultur. "Die Probleme, die diese Menschen in der Türkei hatten, sind mittlerweile eine deutsche Realität. Es gibt Zuströme, es gibt Abwanderungen. Es gibt kaum mehr Probleme, die nur noch ortsspezifisch sind. Das heißt, der Film hat durch dieses Städtekonzept hoffentlich eine Universalität, die uns sowohl an unsere Geschichte erinnert als auch an unsere Gegenwart. Wenn wir nicht aufpassen, kann das, was da gerade drüben geschieht, ganz schnell auch wieder hier passieren."