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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 15.03.2019

Tschechische LiteraturVon Kaffeehaus-Intellektuellen und Weltenbummlern

Von Olga Hochweis

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Menschen sitzen an Tischen vor den rustikalen Wänden eines Cafés (Sean Gallup/Getty Images)
Einst Zentren des literarischen Lebens: Ein Kaffeehaus in Prag. (Sean Gallup/Getty Images)

Einst regierte hier ein Schriftsteller, Václav Havel. Doch inzwischen herrscht in der Tschechischen Republik Populismus und Abschottung. Wie die Literaturszene des Landes damit umgeht, hat Olga Hochweis erkundet.

Ein Schriftsteller als tschechischer Staatspräsident – das gab es noch vor 16 Jahren und scheint doch schon ferne Vergangenheit. In der Wende-Euphorie der Neunzigerjahre half Václav Havels Reputation, die Kultur seines kleinen Landes in die Welt zu tragen.

Heute herrschen Abschottung und Populismus vor. Deren Kritiker, darunter diverse Schriftsteller, gelten an manchem Stammtisch schon als "havloide Kaffeehaus-Intellektuelle".

Was hast Du aus 30 Jahren Freiheit gemacht?

Dabei reagiert die Literaturszene vielfältig auf die veränderten Umstände: Neben der Erkundung tschechischer Lebenswelten in einer lange tabuisierten multiethnischen Vergangenheit und einer problematischen Gegenwart steht die Flucht in andere Länder oder ins Surreale.

Die Schriftsteller wissen, dass sie keinen Bonus mehr für die Herkunft aus dem Osten oder aus der Dissidentenszene beanspruchen können. "Wie hast Du denn die drei Jahrzehnte der Freiheit verwertet?", fragt Jáchym Topol ketzerisch in seinem neuem Roman "Ein empfindsamer* Mensch".


* an dieser Stelle stand in einer vorherigen Version ein anderer Buchtitel

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